Bürgermeister Markus Huber (links) und Kämmerer Benjamin Gramlich verfolgen die Ausführungen von Maximilian Rieger (stehend) und Verena Strasdeit vom Forstamt. Foto: Fahrland

Der Forsthaushalt soll nach vier Jahren Defizit in Folge 2022 wieder einen Gewinn von 109 000 Euro abwerfen. Allerdings müssen Kosten für die Instandsetzung von Rückegassen abgezogen werden.

Dornhan - Die Reparatur von 1850 Metern Rückegassen ist als oberste Priorität eingestuft worden und gilt als zwingend notwendig für die Holzernte. Allein die Baggerarbeiten schlagen mit Mehrkosten von 9500 Euro zu Buche. Über den Betriebs- und Haushaltsplan sowie die aktuelle Situation im Forst wurde der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung vom Leiter des Dornhaner Forstreviers Maximilian Rieger und Verena Strasdeit informiert. Sie hatte im Juni die Stelle als Gebietsleiterin Schwarzwald-Neckar sowie stellvertretende Amtsleiterin des Forstamts am Landratsamt Rottweil übernommen.

"Beim Stadtwald mit einer Fläche von über 700 Hektar handelt es sich um unseren größten Vermögensgegenstand", stellte Bürgermeister Markus Huber fest. Drei Mitarbeiter und viele Dienstleister seien damit beschäftigt. "Die letzten Jahre waren durch Extremereignisse geprägt. 2021 war etwas besser als die beiden von Dürre und Trockenheit geprägten Vorjahre. Für 2022 hoffen wir auf Entspannung, damit eine waldbaulich sinnvolle Durchforstung durchgeführt werden kann", so Strasdeit.

Seit 2019 habe man nur Kalamitätsholz genutzt. 2020 musste ein Minus von 187 147 Euro hingenommen werden. Rieger, der das Forstrevier Dornhan seit Oktober 2020 leitet, erinnerte an intensive Maßnahmen zur Verkehrssicherung und die Entnahme der vom Eschentriebsterben betroffenen Bäume. Zu Jahresbeginn fielen aufgrund von Schneebruch unter anderem in Fürnsal, Leinstetten und im Heimbachtal 2000 Festmeter Holz an. Da sich die Preise zur Jahresmitte besserten, wurden schlechte und schwer zu bearbeitende Bestände durchforstet.

Der geplante Holzeinschlag von 5890 Festmetern mit einem Planerlös von 254 800 Euro soll laut aktueller Prognose bis Jahresende überschritten werden. Bis Oktober brachten 5100 Festmeter 270 000 Euro ein. 1000 Festmeter und 80 000 Euro werden noch realisiert. Statt der geplanten 2860 Bäume wurden 5975 Stück gepflanzt. Dazu trugen die Aktion "1000 Bäume für 1000 Kommunen" sowie 1000 Eichen aus einer Aktion mit dem Landesminister Peter Hauk bei. Nächstes Jahr soll etwa ein Drittel der knapp 6000 Festmeter von eigenen Mitarbeitern und zwei Drittel durch Dienstleister eingeschlagen werden.

Fast 63 Prozent (2760 Festmeter) entfallen auf Fichte/Tanne Stammholz normal, 10,6 Prozent auf Fichte/Tanne Stammholz Standardlängen und 16,6 Prozent auf Stammholz-Palette Nadelholz. Durch die Aufteilung des Forstreviers in drei große Hiebblöcke soll effektiver gearbeitet werden. 2022 kommen das Dobeltal, Marschalkenzimmern und Weiden an die Reihe. Ein Preis von deutlich über 100 Euro pro Festmeter für das Fichten-Leitsortiment sei das Ziel. Holzerlösen von rund 434 600 Euro und Gesamterlösen von 487 000 Euro stehen Kosten von 377 700 Euro gegenüber.

Die Wegeinstandsetzung Leinstetten-Kaltenhof für 37 000 Euro wird zu 70 Prozent durch Fördermittel gedeckt. Für 30 000 Euro soll ein Allrad-Dienstfahrzeug angeschafft werden. Laut Rieger sterben überalterte Tannenbestände zunehmend auch ohne Käferbefall. Bei den Kulturen werden mit neuen Mischungen Erfahrungen gesammelt. 100 Elsbeeren wurden auf trockenem Kalkboden gepflanzt. Geplant sind die Birkensaat sowie eine Nuss-Saat. Mit Eichen wird das Zitzmannsbrunnenbachtal abgerundet. Zwischen Dornhan und Bettenhausen hat die Stadt einen Privatwald erworben.

Von Stadtrat Jürgen Maier auf die Ausbildungskosten angesprochen erklärte Huber, Dornhan beteilige sich per Umlage an der Ausbildungsstelle in Oberndorf. Einstimmig segnete der Gemeinderat die Aufnahme des Forsthaushalts in den städtischen Haushaltsplan 2022 ab.