Der Bitzer Wald wurde im vergangenen Jahr ertragreich bewirtschaftet. Revierförster Wolfgang Bitzer gab einen Einblick in die aktuelle Lage im Bitzer Wald.
Mit einer besonders heimtückischen Schädling haben es zehn Buchen im Bereich des Bitzer Waldspielplatzes zu tun. Der sogenannte Brandkrustenpilz hat die dortigen Bäume befallen, wie Revierförster Wolfgang Bitzer in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte. Neun der Buchen seien jüngst gefällt worden; die Bäume hätten eine zum Teil starke Fäulnis aufgewiesen.
Heimtückisch deshalb, weil das unscheinbare Aussehen des Brandkrustenpilzes meist nur von erfahrenen Baumkontrolleuren zu erkennen ist. Ein befallener Baum zeige zunächst keinerlei Anzeichen von verminderter Vitalität, könne aber bei entsprechendem Befall ohne Vorwarnung umstürzen, führte Bitzer weiter aus. Daher sei die Fällung der Bäume, auch aus Aspekten der am Waldspielplatz erhöhten Verkehrssicherungspflicht, nötig geworden.
Schädling im Auge behalten
Insgesamt habe die Maßnahme 2500 Euro gekostet. Dass im Vorfeld der Baumfällung auf teure Baumgutachten verzichtet worden sei, habe sich als richtige Entscheidung erwiesen. „Den Brandkrustenpilz müssen wir im betroffenen Bereich weiter im Auge behalten“, betont Revierförster Wolfgang Bitzer gegenüber den Gemeinderäten.
In seinem Sachstandsbericht ging der Förster zudem auf die aktuellen Geschehnisse im Bitzer Wald ein. Der Holzeinschlag 2026 ist abgeschlossen. In diesem Jahr seien vor allem Hiebe vollzogen worden, bei denen aufgrund der Bodenverhältnisse beziehungsweise der Hangneigung Frost erforderlich war. Erstmals seit mehreren Jahren hätten die über Tage andauernden Minusgrade diese Arbeiten wieder ermöglicht. 2026 ist ein Einschlag von 3694 Festmeter geplant. Vermutlich werde es ein wenig mehr werden, informierte Bitzer.
160 Jahre alte Buchen gefällt
Mittlerweile sind die Temperaturen wieder im Plusbereich angekommen; es hat in den vergangenen Tagen zudem ausgiebig geregnet. „Wir versuchen nun so schnell wie möglich die Restarbeiten abzuschließen“, erklärte Bitzer. Denn: Angesichts der aktuellen Witterung würden die Waldwege leiden. Er kündigte aber an, dass die Wege – dort wo nötig – wieder instandgesetzt werden.
Was Passanten und aufmerksamen Bürgern besonders auffallen dürfte: In der Waldabteilung Bocksberg wurden aufgrund der Naturverjüngung 160 Jahre alte Buchen entnommen. Dadurch habe sich das Waldbild an dieser von der Landesstraße L 448 in Fahrtrichtung Ebingen gut einsehbaren Stelle stark verändert.
Fördergelder fließen
Das Forstjahr 2025 habe insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht erfreulich abgeschnitten werden können. Die Hiebsplanung von 3370 Festmeter sei mit einem tatsächlichen Einschlag von 3355 Festmeter fast erfüllt worden. „Das Rechnungsergebnis fällt voraussichtlich deutlich höher aus als der Plan“, brachte Wolfgang Bitzer den Gemeinderäten gute Neuigkeiten mit.
Ebenfalls erfreulich: Die Fördergelder für das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ in Höhe von rund 40.000 Euro pro Jahr sind inzwischen in Bitz eingegangen. Um die Kriterien für die Förderung zu erfüllen, muss Förster Bitzer in den nächsten Monaten je Hektar noch fünf sogenannte Biotopbäume ausweisen – insgesamt 2000 Stück. Die im Fachjargon auch Habitatbäume genannten Exemplare sollen Lebewesen ein Zuhause bieten. Meist bestehen die Habitatbäume aus Totholz, sind stark gekürzt und morsch, aber dennoch wertvoll für die Artenvielfalt.
Naturverjüngung im Bitzer Wald
Mit dem Förderprogramm wird zudem die bereits initiierte Naturverjüngung im Bitzer Wald weiter vorangetrieben. Neu gepflanzt werden – wenn überhaupt – klimaresistente Baumarten wie Douglasien. Ziel müsse es sein, den Wald nach den Förderkriterien zu bewirtschaften, so Bitzer weiter.
Bezüglich der Brennholznachfrage teilte der Revierförster mit, dass diese nicht mehr auf dem Niveau kurz nach Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges sei. Die Bitzer, die dieses Jahr Brennholz bestellt haben, werden wohl in den nächsten 14 Tagen die Rechnung erhalten, gab der Revierförster den Stand der Dinge bekannt. Heißt: Die Brennholzzuteilung für die Brennholzbestellungen der Bürger ist abgeschlossen. Für dieses Jahr seien etwas mehr als 400 Festmeter bestellt worden. Noch seien unverkaufte Restmengen vorhanden. Interessenten können sich beim Forstrevierleiter melden.
Noch einen weiteren Termin gab Wolfgang Bitzer bekannt: Am Dienstag, 14. April, findet die Reisschlagversteigerung im Bitzer Feuerwehrgerätehaus statt.