Mit vier Aufführungen will die Theatergruppe des SV Inzlingen das Publikum im Pfarrhaus begeistern. Premiere ist am Samstag. Unsere Redaktion hat vorab Mäuschen gespielt.
Seit vergangener Woche treffen sich die Mitglieder des „Waieland-Theaters“ des Sportvereins jeden Abend im katholischen Pfarreiheim. Am Samstag (20 Uhr) ist die Premiere des Stücks „Himmel und Hölle“ von Dietmar Steimer.
Hauptakteur Thomas Muck
Nicht zu beneiden ist Hauptdarsteller Thomas Muck, der als Bürgermeister Ewald Pfeifer den Großteil des Stücks auf der Bühne steht. „Rund 200 Einsätze hat er. Seit Dezember kann er schon seinen Text“, zeigt sich Souffleuse Nadja Bretz begeistert. Denn gemeinsam geprobt wurde erst seit Januar, zweimal wöchentlich. An den Wochenenden wurden die Kulissen erstellt. Denn beim Brand der SVI-Halle im Februar vor sechs Jahren hatte die Theatergruppe ihren Fundus verloren. Nach dem Neustart im vergangenen Jahr im Pfarreiheim – jetzt als „Waieland Theater“ – ist „Himmel und Hölle“ erst das zweite Stück am neuen Spielort.
Es darf auch deftiger sein
Es ist ein abwechslungsreiches Stück in fünf Akten. Mit viel Emotionen, Skandalen, einem Striptease auf offener Bühne und menschlichen Fehlern, die auch Engeln und Teufeln passieren können. Da wird einerseits ein braves Halleluja gefordert, andererseits aus tiefster Seele geflucht – von Thomas Muck selbstverständlich auf Alemannisch. Wenn er sich dann über seinen Schutzengel Schutze (Elias Muck) aufregt, muss das Ensemble bei den Proben herzlich mitlachen. Nur Oberengel Ordnikus (Marco Baldrich) kann dem widerstehen und ärgert sich seinerseits über den „Außendienstmitarbeiter“.
Stück selbst ausgewählt
Ähnlich geht es der höllischen Teamleiterin Luzi (Hanna Bretz), die das Missverständnis aus der Welt schaffen will. In weiteren Rollen sind Jenny Hupfer (als Bürgermeister-Ehefrau Anna Pfeifer), Katrin Baldrich (Annas Mutter Marlies), Gabi Schedel (Annas Cousine Marta) und Aaron Pfost (Martas Mann Albert) zu sehen.
Die acht Schauspieler und ihre Helfer im Hintergrund haben das Stück gemeinsam ausgewählt, ausgerichtet an der aktuellen Personalstärke. Dabei haben sie einige Punkte lokal eingefärbt und haben daher auch die Wettervorhersage für das diesjährige Waiefest im Gepäck. Mit knapp zwei Stunden Spieldauer ist das neue Stück etwas länger als die bisherigen Aufführungen, doch vergeht die Zeit bei all der Leidenschaft, die von der Bühne ausstrahlt, wie im Flug.
Wiederbelebte Tradition
Seit über 50 Jahren gibt es die Theatergruppe inzwischen. Wie Marco Baldrich ausführt, waren die Aufführung ursprünglich Teil der Jahresfeier des Sportvereins.
Als im vergangenen Jahr im Pfarrheim der Neuanfang mit dem Stück „Tödlicher Mix“ aufgeführt wurde, waren alle vier Aufführungen ausverkauft. Nun wurde auf 120 Plätze erhöht, wobei die Premiere bereits ausverkauft ist. Vor allem für das zweite Wochenende (21. März um 20 Uhr und 22. März um 16 Uhr) sind aber noch Karten verfügbar.
Eintrittskarten zu je zehn Euro gibt es entweder an der Abendkasse oder im Blumen-Flora-Shop in Inzlingen.