Freiburgs Wahrzeichen muss saniert werden - 700 Jahre nach dem Bau ist der Turm marode.
Freiburg - Freiburgs Wahrzeichen hält dem Wind nicht mehr stand. Nach fast eineinhalb Jahren Untersuchung haben Experten die Ursache für die Schäden am historischen Freiburger Münsterturm ermittelt. Die Anfang vergangenen Jahres entdeckten Risse seien auf die Kräfte des Windes und auf das hohe Alter des Baus zurückzuführen, teilte der Münsterbauverein am Dienstag in Freiburg mit.
Die mittelalterliche Konstruktion sei 700 Jahre nach ihrem Bau schwer beschädigt und habe an tragenden Stellen kritische Ermüdungserscheinungen. Der Turm sei nicht mehr stabil und müsse daher umfassend saniert werden. Nur so könne er gerettet werden. „Wir kennen jetzt jeden Stein in- und auswendig, von allen Ecken und Seiten her“, sagte Freiburgs Münsterbaumeisterin Yvonne Faller. Jeder zweite im Turm verbaute Stein sei beschädigt. Ziel sei es, möglichst originalgetreu zu reparieren oder zu erneuern. „Die Bauarbeiten werden mindestens zweieinhalb Jahre dauern und schätzungsweise zwischen drei und sechs Millionen Euro verschlingen.“ Konkreter beziffern lasse sich dies derzeit noch nicht, es seien deutliche Veränderungen von der jetzigen Planung möglich.
Prominenter Pate ist Jogi Löw
Um eine akute Gefahr zu vermeiden, ist der Turm seit vergangenen Oktober mit Seilen gesichert. Diese sollen wieder abmontiert werden, wenn der Turm saniert ist. Um die Arbeiten zu finanzieren, seien die Denkmalschützer auf Spenden angewiesen, sagte Faller. Es starte eine Spendenaktion. Prominenter Pate ist Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft ruft er dazu auf, mit Geld die Turmsanierung zu unterstützen. Löw, der aus dem Schwarzwald kommt und hier lebt, hat bereits in der Vergangenheit mehreren Spendenaufrufen für die Freiburger Münstersanierung gratis seinen Namen gegeben. In den vergangenen fünf Jahren seien fünf Millionen Euro in die Sanierung des Münsterturm investiert worden, hieß es. Die Hälfte davon stammte aus Spenden.
Der 116 Meter hohe Turm des Freiburger Münsters, der um 1330 fertiggestellt wurde, wird als der „schönste Turm der Christenheit“ gelobt. Der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt hatte ihn im Jahr 1869 so bezeichnet. Der Turm zieht jährlich mehr als 110 000 Besucher an und gilt als das Wahrzeichen der badischen Universitätsstadt.