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Wahres Spielparadies Neuer Kindergarten in Meßstetten-Tieringen

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Kaum wiederzuerkennen ist der Kindergarten in Tieringen - schließlich ist er ja niegelnagelneu.  Foto: Müller

Der neue Kindergarten in Meßstetten-Tieringen ist ein wahres Spielparadies. Die Erzieherinnen sind derzeit mit dem Umzug beschäftigt; am Montag werden die Kinder der Notbetreuung als erste die neuen Räume bespielen. Mehr dazu in unserem (SB+)Artikel.

Meßstetten-Tieringen - Was als Umbau bezeichnet wird, ist vielmehr ein Neubau: Im November 2018 waren die Abrissfahrzeuge dem alten Kindergartengebäude zu Leibe gerückt; kein Stein steht noch auf dem anderen. Lediglich der Keller ist ein Relikt des alten Kindergartens, der seit 1958 in der Märklinstraße stand.

Der Abriss des alten Gebäudes sowie alle Arbeitsschritte des Neubaus gingen unter den wachen Augen der Kindergartenkinder über die Bühne. Die waren während des zweijährigen Umbaus nebenan in Containern untergebracht. "Wir haben die Baustelle in unseren Alltag integriert", erzählt Kindergartenleiterin Melanie Kimmich, die durch den Neubau führt, in dem derzeit noch Umzugschaos herrscht. "Die Kinder sind mit dem Gebäude gewachsen". Bald konnten die Kleinen jedes Baustellenfahrzeug benennen und machten große Augen, wenn die Handwerker auf dem Bau arbeiteten. Seit dem 29. Dezember gilt der Neubau als fertig, obwohl die Neugestaltung des Außenbereichs noch aussteht – sie wird im Lauf des Jahres folgen.

Am Eröffnungstag, dem kommenden Montag, wird es recht ruhig zugehen. Lediglich diejenigen der insgesamt 60 Kinder, die während des Lockdowns in der Notbetreuung sind, können die neuen Räume schon jetzt in Augenschein nehmen; die anderen und ihre Familien müssen sich fürs Erste mit einem virtuellen Rundgang begnügen. Wann auch sie die neue Umgebung erkunden können, ist derzeit noch unklar. Eigentlich hätte vorab ein Tag der offnen Tür stattfinden sollen, doch die Pandemie hat die Pläne für die Neueröffnung über den Haufen geworfen.

Die Freude auf das neue Gebäude ist deswegen nicht weniger klein – sowohl bei den Kindern als auch bei den 26 Mitarbeitern, zu denen neben den Erzieherinnen auch die Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte zählen. Indes sind im Lauf von zwei Jahren auch die Container zu so etwas wie einem Zuhause geworden. "Die Zeit darin war spannend und aufregend", sagt Kimmich. Der Platz war zwar beengt, und es gab einige Klima- und Akustikprobleme, doch die Kinder haben das Beste daraus gemacht und sich im "Ersatzkindergarten" durchaus wohl gefühlt. Vorbei: Ende Januar werden die Container abtransportiert.

Das Gebäude ist ein Spielparadies

Das neue Gebäude ist ein wahres Spielparadies: Auf einer Fläche von 850 Quadratmetern – mehr als im alten Gebäude – bieten fünf Gruppenräume mit jeweils einem Nebenraum, der zum Schlafen genutzt werden kann, einem Werk- und Kreativraum, einem Musikzimmer und einer Bewegungs- und Mehrzweckhalle im Foyer genug Platz zum Spielen und Toben. Hinzu kommen ein Büro und zwei Personalräume, eine Mensa und drei Sanitärräume.

Zu Jahresbeginn zählt der Tieringer Kindergarten rund 60 Kinder, nach der Vergrößerung der Räume bietet er Platz für 80. Die meisten von ihnen kommen aus dem Ort, ein paar sind Sprösslinge von Interstuhl-Mitarbeitern oder kommen aus anderen Teilen Meßstettens. Seit 2017 werden auch Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren in der Krippe betreut.

Prinzipiell folgen die altersheterogenen Gruppen dem Konzept des offenen Hausses. Heißt: Die Kinder dürfen je nach Aktivität verschiedene Räume nutzen. Wenn der Kindergartenbetrieb aber während der Pandemie wieder aufgenommen wird, müssen die Kinder erst einmal in ihrem zugeteilten Gruppenraum bleiben. Das Konzept sieht aber vor, dass die Gruppen im wöchentlichen die Räume wechseln, nach einer umfangreichen Reinigung, versteht sich. Damit es immer etwas zu entdecken gibt.

Der Umzug läuft unter Pandemiebedingungen

Den Umzug haben sich die Erzieherinnen eigentlich auch anders vorgestellt: Beim Kistenpacken sollten die Kinder eigentlich mit eingebunden werden. Das war nun nicht möglich, und so sind die Erzieherinnen und die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs seit Dezember mit dem Umzug beschäftigt. Der Endspurt hat begonnen; am Montag kommen die ersten Kinder. In kleinen Teams und maskiert mit Mund-Nasen-Schutz säubern die Erzieherinnen Spielzeug, packen Kisten aus und hängen Deko auf – schließlich soll es von Beginn an wohnlich sein. Die neu gebildeten Teams können sich so kennen lernen. Auch die Kinder werden nach der Öffnung in neue Gruppen eingeteilt – mit alten Freunden und neuen Bekanntschaften.

Bei Melanie Kimmich und ihrer Stellvertreterin Birgit Reiser laufen derweil die Fäden zusammen; sie haben alle Hände voll mit der Organisation und Planung des Umzugs zu tun. Als wäre ein normaler Kindergartenumzug nicht schon aufwendig genug, müssen sie nun auch das Hygienekonzept zum Infektionsschutz an die neue Umgebung anpassen. Doch nicht nur dabei wird Wert auf die Meinung der Erzieherinnen gelegt: Das Kindergartenteam und nicht zuletzt die Kinder seien während der Planungsphase miteinbezogen worden. "Jedes Kind hatte eine Idee, egal wie groß und wie alt sie sind", erzählt Kimmich. Daher haben die Kinder ihr neues Domizil auch gleich als Modell gebaut.

Wenn alle Kinder wieder betreut werden können, werden die Augen groß sein. "In jeder Gruppe soll der Umzug am ersten Tag thematisiert werden", erklärt Kimmich. Vieles wird neu sein, doch werden die Kinder manch Vertrautes im neuen Gebäude wiederfinden. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist – im Gegensatz zum modernen, lichtdurchfluteten Neubau, der kaum Wünsche offen lässt: Dass in den neuen Kindergarten ein Bällebad einziehen soll, war vielen Kindern ein besonderes Anliegen.

Hauptamtsleiter Thomas Berg, in dessen Aufgabenbereich der Kindergarten fällt, gibt zur Eröffnung eine Kostenprognose ab: Der Umbau schlägt mit rund 2,3 Millionen Euro zu Buche.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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