Sie kann es selbst nicht glauben: Sandrina Sprengel liefert einen überragenden Siebenkampf ab und wird in Tokio Fünfte. In mehreren Disziplinen stellte sie Persönliche Bestleistungen auf. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Das ist sensationell: Siebenkämpferin Sandrina Sprengel wird bei ihrer WM-Premiere Fünfte. Die Grosselfingerin legt einen phänomenalen 2. Tag mit zwei Persönlichen Bestleistungen hin.

Mit letzter Kraft überquerte sie beim 800-Meter-Lauf die Ziellinie und saß dann erschöpft aber glücklich auf der Laufbahn des Stadions in Tokio. Als dann klar wurde, dass die Zeit für den 5. Platz im Endklassement gereicht hatte, konnte Sandrina Sprengel die ein oder andere Träne nicht unterdrücken.

 

Diesen Wettkampf wird die Grosselfingerin mit Sicherheit nie vergessen. Bei der WM – zugleich ihre Premiere auf der ganz großen Bühne – katapultierte sie sich im Siebenkampf sofort in die Weltspitze. „Ich bin überglücklich mit dem Wettkampf. Heute hätte es fast nicht besser laufen können. Das Publikum hat mich getragen. Ich habe es total genossen“, sagte sie gegenüber der ARD.

Die 21-Jährige, welche übrigens die jüngste Teilnehmerin im gesamten Feld war, knackte zudem zum ersten Mal die Marke von 6400 Punkten und kam auf ein Ergebnis von 6434. Im Vorfeld hatte sie gegenüber unserer Redaktion erklärt: „Eine Platzierung in den Top 10 wäre schon cool.“

Dass dies am Ende sogar locker übertroffen wurde, lag auch an einem starken 1. Tag. Sprengel übernachtete auf dem 9. Rang, wohlwissend, dass mit dem Weitsprung und Speerwerfen noch gute Disziplinen kommen würden. 6,25 Meter im Weitsprung waren dann die fünftbeste Leistung im gesamten Feld und ein ordentlicher Start in den 2. Tag. „Es war solide“, so Sprengels Meinung. Dann folgte der ganz große Wow-Effekt.

Persönliche Bestleistungen

Gleich beim ersten Speerwurf torpedierte sie ihre Persönliche Bestleistung um mehr als vier Meter. 51,66 Meter standen auf der Tafel, die 21-Jährige wirkte zunächst selbst kurz ungläubig ob dieses Werts und sagte: „Wahnsinn. 51 Meter hätte ich mir nicht erträumen können. Den habe ich wohl gut getroffen.“ Sie entschied sich, auf die weiteren Versuche zu verzichten und Kräfte für den abschließenden Lauf über 800 Meter zu sparen. „Sie wird da mit einer Leichtigkeit reingehen und den Wettkampf gut abschließen“; prognostizierte Bundestrainer Jörg Roos im Interview mit dem ZDF.

6,25 Meter schaffte Sandrina Sprengel im Weitsprung. Foto: Oliver Weiken/dpa

Und er sollte Recht behalten: Sprengel lief als Zwölfte nach 2:15 Minuten ins Ziel und stellte eine weitere Persönliche Bestmarke auf – es war bereits die dritte bei diesen Titelkämpfen. Hinter den ganz großen Favoritinnen reihte sich daher schon die 21-Jährige aus Grosselfingen ein – eine sensationelle Leistung. Weltmeisterin wurde Anna Hall mit 6888 Punkten.

Abschließend meinte „Sandy“, wie sie von ihren Freundinnen genannt wird: „Ich bin sehr stolz, nicht nur auf mich, sondern auch auf meinen Trainer Florian Bauder, der mich hierhergebracht hat. Wir werden das auf jeden Fall zusammen feiern. Es war der coolste Wettkampf, den ich je gemacht habe.“

Überragende Leistung