Dorothee Hummel-Wagner, Frank Bitzer und Gerd Scheck (nicht auf dem Bild) kümmern sich im Wahllokal in der Ebinger Klarastraße darum, dass bei den Landtagswahlen alles ordentlich abläuft. Foto: Bender

Das Wahllokal in der Ebinger Klarastraße ist in den Räumen der Altentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt untergebracht. Wahlvorsteherin Dorothee Hummel-Wagner hat längst Routine.

Seit mehr als zehn Jahren ist Dorothee Hummel-Wagner nun schon Wahlvorsteherin eines Wahlbezirks bei der Stadt Albstadt. Zunächst in den Räumen des Ebinger Gymnasiums und nach der Neuordnung der Bezirke schon zum wiederholten Mal im Wahllokal der Altentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Klarastraße. Wie viele Wahlen sie schon an verantwortlicher Stelle in diesen Räumen durchgeführt hat, weiß sie selbst nicht mehr.

 

Als städtische Mitarbeiterin sei man mehr oder weniger in der Pflicht, an solch einem bedeutenden Tag zu helfen und seinen Beitrag zu leisten. Aber gleichwohl sieht es Dorothee Hummel-Wagner auch als Bürgerpflicht, dass man, wenn man wählen gehen kann, auch wählen gehen sollte. „Andere Menschen kämpfen für ihr Wahlrecht“, erklärt die Projektkoordinatorin Gesundheit bei der Stadt Albstadt. „Eine Wahl ist umständlich und aufwendig, aber eine Wahl ist auch wichtig“, stellt sie fest, und kann deshalb nur jeden ermuntern, als Ehrenamtlicher bei der Durchführung mitzuwirken.

Da es sich bei den Räumlichkeiten der AWO um keine städtische Einrichtung handelt, ist Dorothee Hummel-Wagner auch für das Herrichten des Wahllokals selbst verantwortlich. Außerdem trommelt sie sich ihr Wahlteam zusammen. Wichtig ist eine Stellvertretung, da man im Zweischichtmodell arbeitet und jeweils jemand Verantwortliches vor Ort sein muss, erklärt die Wahlvorsteherin. Sie selbst ist bei der diesjährigen Landtagswahl in der Mittagsschicht eingeteilt. Dennoch stellt sie bereits um 7.20 Uhr sicher, dass alles in Ordnung ist, verpflichtet die Wahlhelfer auf Geheimhaltung und ordnungsgemäße Durchführung und prüft, ob die Wahlurne leer ist, bevor sie sie versiegelt.

Kleiner Andrang direkt zum Auftakt

Dann kann es Schlag 8 Uhr losgehen, und wie immer stehen auch an diesem Sonntag die ersten schon vor der Tür. Genauso wie die letzten noch kurz vor 18 Uhr hereinhuschen. Dazwischen gibt es auch mal längere Pausen, in denen man auf den nächsten Ansturm wartet. Denn meist kommen die Leute geballt, weiß Dorothee Hummel-Wagner aus Erfahrung. Manchen muss man mit dem Rollator helfen.

Schließlich wird im AWO-Wahllokal auch hin und wieder „mit den Hausschuhen“ abgestimmt. Anderen muss man den Ablauf kurz erklären. Natürlich immer ohne Wahlbeeinflussung. Darauf sind alle explizit geschult. Und deshalb wird im und ums Wahllokal immer wieder kontrolliert, dass nicht jemand vor der Tür ein Wahlplakat aufhängt oder einen Kandidatenflyer in der Kabine liegen gelassen hat: „Die Neutralität muss gewahrt werden.“

Wahlbenachrichtigung vergessen

Schließlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Auch damit hat die Wahlvorsteherin ihre Erfahrungen. In der Mappe, die jedem Team vorliegt, ist aus gutem Grund auch die Telefonnummer der Polizei vermerkt. Leider gebe es immer wieder Leute, die absichtlich „Krawall“ machen wollen, erklärt Dorothee Hummel-Wagner: „Tendenz zunehmend.“ Im Großen und Ganzen läuft aber alles gesittet ab und die jeweils drei Wahlhelfer können konzentriert ihre Aufgaben erfüllen. In der Hauptsache gehört dazu, die Stimmzettel auszugeben, die Wahlbenachrichtigung zu kontrollieren und im Wählerverzeichnis zu überprüfen. An diesem Sonntag ist es sogar ruhiger als sonst. Nur drei Erstwähler haben ihre Wahlbenachrichtigung nicht dabei, können sich aber ausweisen. Es stellt sich heraus, dass zwei der drei Freunde in jeweils einem anderen Wahllokal ihre Stimme abgeben müssen, was für die minderjährigen Kumpels aber kein Problem ist.

Türen bleiben bei der Auszählung offen

Um 18 Uhr kommt dann das gesamte sechsköpfige Team zusammen, wobei die Türen geöffnet bleiben, denn die Auszählungen sind prinzipiell öffentlich. Das Siegel wird entfernt, die Urne geöffnet und dann wird erst einmal gezählt, ob die Stimmzettel mit der Anzahl der Wählerinnen und Wähler übereinstimmen, die laut Wählerverzeichnis im Wahllokal waren. In diesem Wahlbezirk gibt es rund 1200 Wahlberechtigte, wobei aber nicht alle wählen gehen oder bereits von der Briefwahl Gebrauch gemacht haben. Der Anteil der Briefwähler nehme auch von Wahl zu Wahl zu, bemerkt die Wahlvorsteherin. Wenn alles in Ordnung ist, dann wird geprüft, ob die Stimmen gültig sind. Die ungültigen Wahlscheine werden nochmals separat kontrolliert und verpackt.

Hoffnung auf Feierabend gegen 20 Uhr

Und dann geht es ans Auszählen. Es folgt die telefonische Schnellmeldung ans Wahlamt im Rathaus. Erst danach fertigt Dorothee Hummel-Wagner die ausführliche Wahlniederschrift an, verpackt und versiegelt die Stimmzettel und gibt alles beim Rathaus ab. Mit etwas Glück kann das gesamte Team aus der Klarastraße gegen 20 Uhr Feierabend machen.