Die ersten Hochrechnungen zeigen ein klares Bild – wir haben die Stimmen der Kandidaten
Zwischen Jubel und „besser als befürchtet“ liegen die Reaktionen, die wir bei den Kandidaten eingesammelt haben.
CDU-Kandidatin Maria-Lena Weiss reagiert auf die ersten Hochrechnungen zunächst verhalten, betont dann aber: „Wir haben mit Abstand das beste Ergebnis und sind damit Sieger dieser Wahl.“ Dennoch hätte sie sich schon bei der ersten Hochrechnung einen Sprung „über die 30 Prozent“ erhofft, räumt sie ein.
Die Stimmung in der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Tuttlingen ist gut, sagt sie. Und wenn es zu einem Zweierbündnis mit der SPD letztendlich reiche, sei man zufrieden. Noch nicht abzusehen ist am frühen Abend, ob Weiss das Direktmandat nach der neuen Wahlordnung wieder holt.
Witkowski – alles gegeben
SPD-Kandidat Mirko Witkowski verfolgt die Ergebnisse mit seinem Parteifreunden und Mitstreitern im Gasthaus „Hochbrücke“. Partystimmung herrscht dort freilich nicht. „Besser als befürchtet, schlechter als erhofft“, sagt Witkowski in einer ersten Stellungnahme.
So wirklich überrascht sei man nicht vom Ergebnis – und auch auf Wahlkreisebene natürlich abhängig vom Bundestrend. Man habe im Wahlkampf alles gegeben. Nun sei der Auftrag, mit dem Ergebnis der Wahl eine stabile Regierung zu bilden.
Ragoschke-Schumm – milder Verlust
Bei den Grünen gibt es im Kesselhaus in Trossingen bei den ersten Prognosen viermal Jubel: bei den Ergebnissen von AfD, FDP, BSW und der Wahlbeteiligung. Kandidat Andreas Ragoschke-Schumm sagt in einem ersten Statement, klar hätten die Grünen Stimmen verloren, das sei nicht schön. Aber im Vergleich zu SPD und FDP sei es ein „milder Verlust“. Den ersten Prognosen zufolge kommt Bündnis90/Die Grünen auf 13,5 Prozent.
Anton – eine Zitterpartie
FDP-Kandidat Andreas Anton sagt uns am Telefon unumwunden: „Es sieht nicht gut aus.“ Es sei genau das Szenario eingetreten, was man vermeiden wollte – eine Zitterpartie um den Einzug in den Bundestag. Noch gebe es Hoffnung, dass es doch noch reicht, sagt er gegen 19.30 Uhr.
Ansonsten gebe es bei der Wahl keine großen Überraschungen – bis auf die Linke, wie er meint. „Respekt an die Kollegen.“ Man müsse nun innerhalb der FDP genau analysieren, was man besser machen könne, wie man die Wähler wieder überzeugen könne. Dass die AfD stark ist habe er erwartet – dass sie in manchen Gemeinden nach dem Zwischenstand gegen 19.30 Uhr sogar stärkste Kraft ist, das habe er allerdings nicht erwartet.
Bloch – schon bald Neuwahlen
Jubel herrscht bei AfD-Kandidat Joachim Bloch bei der Wahlparty in Gosheim. Er dankt den Wählern für das große Vertrauen. Er glaubt, dass die neue Regierung nicht lange im Amt sein wird. „Das wird keine vier Jahre halten.“ Es würden nun Parteien zusammengezwungen, die nicht zusammen passen. In einem Jahr oder spätestens 24 Monaten, so seine Prognose, werde es Neuwahlen geben.