Die Landtagswahl am 8. März naht. Wir haben die Kandidaten im Wahlkreis Rottweil zum Thema Klimaschutz befragt. Hier die Antworten.
Für viele steht der Wunsch nach einer starken Wirtschaft im Spannungsfeld mit dem Klimaschutz. Wie bewerten Sie hier die Möglichkeiten und Notwendigkeiten? Das sagen die Kandidaten zu dieser Frage.
Artur Eichin (DIE GRÜNEN): Klimaschutz ist kein Gegensatz zur Industrie, sondern Voraussetzung für ihre Zukunft! Wer früh auf Effizienz, erneuerbare Energien und klimaneutrale Produktion setzt, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit. Wichtig ist, den Wandel fair zu gestalten, damit Betriebe und Beschäftigte ihn erfolgreich mitgehen können.
Stefan Teufel (CDU): Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentraler Bestandteil christdemokratischer Politik und heißt, die Wirtschaft zu stärken, um Wohlstand zu sichern und Vorreiter bei den Klimazielen zu sein. Nur mit technologischem Fortschritt, Innovation und Wachstum werden wir den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen senken, die Resilienz erhöhen und die Wertschöpfung stärken. Klimaschutzmaßnahmen müssen nach CO2-Einsparung pro investiertem Euro bewertet werden.
Ali Zarabi (SPD): Klimaschutz ist für mich eine Herzensangelegenheit. Wir tragen Verantwortung, unsere Lebensgrundlagen zu bewahren. Deshalb ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 notwendig. Dafür müssen wir erneuerbare Energien ausbauen und unsere Industrie klimaneutral umbauen. Zugleich ist mir wichtig, unabhängiger von ausländischer Energie zu werden. Mehr Energiegenossenschaften sowie starke Speicher und Netze sichern eine saubere und verlässliche Energieversorgung Made in Germany.
Daniel Karrais (FDP): Mit Tabellen, Dokumenten und Klimakoordinatoren schützen wir das Klima nicht. Der Alleingang des Landes der Klimaneutralität bis 2040 muss enden und an das Klimaziel des Bundes angepasst werden. Wir brauchen einen neuen Fokus auf den Netz- und Speicherausbau, sonst explodieren die Stromkosten weiter und machen es unseren produzierenden Unternehmen schwer. Klimaschutz muss effizient sein nach dem Grundsatz: So viel Klimaschutz wie möglich, für so wenige Euros, wie nötig.
Emil Sänze (AfD): Ich befürworte „Klima“-Schutzmaßnahmen nur dann, wenn diese wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und technologisch offen ausgestaltet sind. Ich lehne Vorgaben ab, die aus meiner Sicht zu Wohlstandsverlusten, Wettbewerbsnachteilen oder Einschränkungen der Energieversorgung führen und die Landschaft zerstören. Ich setze daher auf einen pragmatischen Ansatz, der nationale Interessen, Versorgungssicherheit und innovationsoffene Technologien priorisiert.
Daniel Hettich (Linke): Nur in den Köpfen der reichsten Lobbyisten ist hier ein Widerspruch. Im Gegenteil, der wirtschaftliche Niedergang ist eng mit einem Festhalten an der fossilen Wirtschaft verbunden. Das zeigen Wirtschafts- und Exportzahlen auch sehr deutlich. Arbeitsplätze sichert man durch Zukunftsfähigkeit und diese durch den sozial-ökologischen Wandel. Der Klimaschutz ist vielmehr die Chance tausende Arbeitsplätze nicht nur neu zu schaffen sondern für die Zukunft aufzustellen und sowieso nicht verhandelbar.
Marius Dettki (Volt): Wind- und Solaranlagen sind die günstigsten Stromquellen und geben uns die Möglichkeit, uns ohne die Abhängigkeit von Ölstaaten mit Strom und Wärme zu versorgen. Es gibt einen hohen Bedarf an EE-Technik. Das ist unsere Chance, die schwächelnde Autoindustrie mit einem neuen Wirtschaftszweig abzulösen, um mit innovativen Lösungen in der Speichertechnik, bei Wärmepumpen, Zügen, Wechselrichtern und im Recycling einen neuen Bereich zu finden in dem wir Weltmarktführer werden.
Karl-Heinz Eith (BSW): Das Spannungsfeld sehe ich positiv. Gehen wir offensiv in den Lösungsansatz. Wie im letzten Punkt schon aufgezeigt gibt es keinen Weg zurück und das ist auch gar nicht nötig. Vielmehr müssen wir verkrustete Strukturen aufbrechen und dezentrale Strukturen aufbauen. Damit können wir durch die Effizienzsteigerung und Dezentralisierung der Energiestrukturen den Klimaschutz effektiv mitnehmen und positiv umsetzen. Gestalten wir das Spannungsfeld positiv, dezentral und für die Menschen.
Matthias Schultz (WerteUnion): Sinnvoller Naturschutz. Anstatt ideologischer Klimaschutz, der die Wirtschaft und den Verbraucher unnötig belastet. CO2 neutrale SMR-Kernreaktoren und keine weiteren Windräder im Niedrigwindgebiet Baden-Württemberg, welche zusätzlich die ländliche Umgebung kontaminieren und Wald vernichten.
Info
Für die Kandidaten galt die die Herausforderung, ihre Antworten innerhalb einer maximalen Längenvorgabe kurz und knackig auf den Punkt zu bringen. Längere Ausführungen darüber hinaus konnten nicht berücksichtigt werden. Es gibt elf zugelassene Kandidaten im Wahlkreis 53 Rottweil. ÖDP und Bündnis C haben innerhalb der Frist nicht geantwortet.