Die CDU ist auch in Waldachtal stärkste Kraft, doch die AfD ist ihr dicht auf den Fersen. Ein Wahlbezirk sticht dabei besonders hervor.
Waldachtal ist eine der Gemeinden, die bei der Landtagswahl stark vom Ergebnis im Wahlkreis Freudenstadt abweichen. Besonders bei den Stimmen der Grünen. Kommt die Partei, die bei der Wahl insgesamt die meisten Zweitstimmen holen konnte, im Wahlkreis auf 22 Prozent, sind es in Waldachtal nur 15,8.
Trotz hoher Beliebtheitswerte konnte der Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, in Waldachtal nur wenige Punkte gutmachen. Die Grünen verlieren im Vergleich zur Wahl 2021 5,4 Prozentpunkte.
Anders sieht es bei der CDU aus. Sie ist bei den Zweitstimmen Wahlsiegerin in Waldachtal, und liegt mit 35,8 Prozent sogar über dem Wahlkreisergebnis von 34,1. Die CDU konnte sogar stark dazugewinnen – mit 7,7 Prozentpunkten mehr als 2021.
AfD dichter an CDU als andernorts
Über den einen Prozentpunkte dürfte sich die CDU in Waldachtal aber kaum freuen, denn der selbst ernannte Hauptgegner – die AfD – ist ihr näher als in anderen Orten. In Waldachtal holt die AfD mit 31,7 Prozent wahrscheinlich eines der besten Ergebnisse in Baden-Württemberg.
Nur knapp 4 Prozentpunkte weniger als die CDU, und etwa 6 Prozentpunkte mehr als im gesamten Wahlkreis (25,2). Die Partei hat sich im Vergleich zu 2021 um 14 Prozent gesteigert – ein ähnliches Niveau wie in anderen Gemeinden im Wahlkreis.
44 Prozent für die AfD
Ein Wahlbezirk in Waldachtal sticht jedoch besonders hervor. In Lützenhardt kommt die AfD bei den Zweitstimmen auf ganze 44,4 Prozent. Lützenhardt hatte sich auch bei Wahlen in vergangenen Jahren als Ort mit vielen AfD-Wählern entpuppt. Insider führen das auf die besonders hohe Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der grün-schwarzen Regierung zurück. Im Wahlbezirk Cresbach sind die Zahlen ähnlich hoch. Dort erzielt die Partei 43,1 Prozent der Stimmen. Hier schneidet auch die CDU im Vergleich besonders schlecht ab – mit 22,4 Prozent.
In Lützenhardt war die AfD bereits 2021 stark vertreten. Damals holte sie 28 Prozent der Stimmen. In Cresbach fällt der Zuwachs aber deutlich überproportionierter aus. Hier konnte sich die Partei um 20 Punkte steigern (2021: 23,5).
Lützenhardt und Cresbach sind AfD-Hochburgen
Auch sonst erzielt die AfD in jedem Bezirk weit über 30 Prozent. Im Wahlbezirk Hörschweiler unterliegt sie jedoch der CDU (35,8) um 3 Prozentpunkte. Im Bezirk Salzstetten hat etwa 5 Prozent weniger als die CDU (38,7).
Ist Waldachtal damit eine AfD-Hochburg? Die Ergebnisse sprechen dafür, allem voran der Zuwachs in Cresbach. Die Partei konnte ziemlich viele Wähler mobilisieren. Laut Wählerstatistik auch um die 190 000 Erstwähler.
Briefwähler retten Grünen das Ergebnis
Nur bei den Briefwählern konnte die AfD weniger stark punkten. Bei den knapp 1000 Wählern kommt sie auf 21,1 Prozent. Die CDU holt mit 42,7 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen. Die Grünen fahren mit 16,9 bei den Briefwählern ihr bestes Ergebnis in Waldachtal ein.
Bei den Erstimmen verteidigt Katrin Schindele (CDU) ihr Mandat in Waldachtal – mit 42,7 Prozent. Auf den zweiten Platz kommt Andreas Grammel (AfD) mit 31,8. SPD, FDP und Die Linke sind weit abgeschlagen und kommen nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.