Viele Bürgerinnen und Bürger geben am Sonntag im Kreis Freudenstadt ihre Stimmen ab. Foto: Uwe Ade

Ein reges Kommen und Gehen herrscht in den Wahllokalen im Kreis Freudenstadt. Hier die ersten Eindrücke vom Wahlsonntag, bevor ab 18 Uhr ausgezählt wird.

11 Uhr im Rathaus in Nordstetten. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Es wirkt, als könnte es auch im Landkreis Freudenstadt eine hohe Beteiligung geben.

 

Nicht nur das frühlingshafte Wetter lockte am Sonntag auch im Wahlkreis Freudenstadt zahlreiche Bürger in die Wahllokale – zwischen der CDU und ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel und den Grünen um Cem Özdemir deutet sich ein spannender Zweikampf an.

Beide Spitzenkandidaten hatten sich im Landkreis sehen lassen. Hagel besuchte das innovative Unternehmen Htrius in Horb. Özdemir schaute in Freudenstadt in der „Waldlust“ vorbei. Beide Kandidaten folgten auch der Einladung von Ferdinand Truffner zu den „Empfinger Dorfgesprächen“ auf Empfi-TV.

Für Katrin Schindele geht es derweil um die Verteidigung ihres Direktmandates – 2021, als es nur eine Stimme gab, holten sie und die CDU mit 27,26 Prozent die meisten Stimmen im Wahlkreis, gefolgt von den Grünen (24,7 Prozent), der FDP (14,85 Prozent) und der AfD (13,2 Prozent). Die SPD kam auf 8,38 Prozent, die Linke auf 2,2 Prozent. Die Freien Wähler, die diesmal keinen Kandidaten im Kreis Freudenstadt aufgestellt haben, erreichten 4,49 Prozent.

Zahlreiche Wahlhelfer sind am Sonntag im Einsatz Foto: Uwe Ade

Um das Direktmandat konkurrieren neben Schindele für die CDU Andreas Grammel für die AfD, Bettina Ahrens-Diez für die SPD, Daniel Belling für die Grünen, Sabine Frank für das BSW, Veit Grünberg für die FDP, Walter Schäuffele für die Partei „Bündnis C“ und Yannic Walheim für die Linke.

Der Wahlzettel im Kreis Freudenstadt Foto: Uwe Ade

Timm Kern, der den Wahlkreis Freudenstadt seit 2011 im Landtag vertrat, hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, bei der Wahl 2026 im Kreis Hechingen-Münsingen anzutreten. Ebenfalls frühzeitig bekanntgegeben hatte der AfD-Abgeordnete Uwe Hellstern, nicht erneut kandidieren zu wollen.

Doppelte Wahl in Starzach

Im benachbarten Starzach im Kreis Tübingen wird am Sonntag gleich doppelt gewählt: Neben der Landtagswahl stimmen die Bürgerinnen und Bürger auch in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des geplanten Baugebiets Mühlacher IV im Ortsteil Sulzau ab. Rund 3500 Wahlberechtigte entscheiden darüber, was aus den Wiesen und Äckern hinter der Kirche werden soll. An das Ergebnis des Bürgerentscheids sind Gemeinderat und Verwaltung drei Jahre lang gebunden.

Der Gemeinderat hatte im Juli 2025 beschlossen, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen. Die Stuttgarter Immobilien-Investoren „Königskinder“ wollen dort Bauplätze erschließen und weiterverkaufen. Die Abstimmungsfrage lautet, ob dieser Aufstellungsbeschluss aufgehoben werden soll. Ein „Ja“ würde bedeuten, dass kein Bebauungsplan erstellt wird und das Baugebiet vorerst nicht umgesetzt werden kann. Ein „Nein“ bedeutet, dass die Gemeinde die Planungen fortsetzt und einen Bebauungsplan ausarbeitet, über den später erneut der Gemeinderat entscheidet.

Nach einem ersten Entwurf der Investoren könnte auf rund zwei Hektar Fläche ein Wohngebiet mit 47 Wohneinheiten entstehen.