Freuen sich auf die Landtagswahl 2026 (von links): Tamara Stoll, Sprecherin Grüne Jugend, Ersatzkandidat Andreas Ragoschke-Schumm, Kandidat Jens Metzger und die Landtagsabgeordnete Martina Braun. Foto: Moni Marcel

Die Grünen nominieren Jens Metzger zu ihrem Landtagskandidaten. In seiner Rede geht der Kandidat auf die Klimakrise ein.

Die Grünen des Wahlkreises Tuttlingen/Donaueschingen, zu dem bei Landtagswahlen auch Blumberg gehört, haben mit großer Mehrheit Jens Metzger zu ihrem Landtagskandidaten nominiert. Das schreibt der Kreisverband der Grünen Tuttlingen in einer Pressemitteilung. Der 34-Jährige ist Schreiner, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, Gemeinderat in Tuttlingen und im Kreis- sowie Landesvorstand der Grünen.

 

Metzger kandidierte laut der Mitteilung bereits bei der Landtagswahl 2021, damals fehlten nach Angaben der Grünen 846 Stimmen für den Einzug in den Landtag. In seiner Rede zur Nominierung sprach Jens Metzger über Erfolge der grünen Landesregierung, ging aber auch auf die Klimakrise ein: „Wir wissen, dass wir unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft so umgestalten müssen, dass sie klimaneutral wird.“ Aber die Abhängigkeit vom Erdöl sei so groß, dass es schwerfalle, dieses Wissen endlich in die Tat umzusetzen. Die energetische Gebäudesanierung sei dabei ein wichtiger Punkt, doch von den dafür nötigen 500 000 Wärmepumpen pro Jahr sei man weit entfernt. „2024 waren es dank BILD und CDU nur 200 000“, so Metzger bei seiner Rede. Doppelt so viele Gebäude müssten saniert werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Und dafür brauche es vor allem Handwerker.

Handwerk in den Fokus rücken

Deswegen will Metzger die Berufsorientierung mehr zum Handwerk ausrichten, die berufliche und die akademische Ausbildung gleichstellen. Auch über das Thema Bildung sprach Metzger: „Keine andere Landesregierung hat je so viel Geld in die Bildung gesteckt.“ Fast doppelt so viele Krippenplätze seien entstanden und Baden-Württemberg sei bundesweiter Spitzenreiter bei der Schulsozialarbeit. Vier der elf deutschen Exzellenz-Unis, das 365-Euro-Ticket für junge Menschen, der Mobilitätspass, der Ausbau der erneuerbaren Energien, Reduzierung von Pestiziden, Förderung des Öko-Landbaus und der Nationalpark Schwarzwald, „aber mir ist bewusst, dass wir in vielen Bereichen noch weitere Schritte gehen müssen.“ Hier wolle er sich einsetzen.

Auch der 19-jährige Angelo Stange bewarb sich als Kandidat, er ist Berufsschüler und bei der grünen Jugend aktiv. Er wünscht sich stärkere Investitionen in die Infrastruktur und zeigte sich besorgt über die zunehmende Stärke der AfD. „Die Grünen sind doch nicht so scheiße, wie es Söder sagt“, betonte Stange.

Andreas Ragoschke-Schumm ist Ersatzkandidat

Als Ersatzkandidat wählten die Grünen Andreas Ragoschke-Schumm. Der 53-jährige Tuttlinger Radiologe ist vielen noch aus dem zurückliegenden Bundestagswahlkampf bekannt. Er hob in seiner Vorstellung die Bedeutung einer nachhaltigen Verkehrspolitik hervor und machte deutlich, dass auch im ländlichen Raum für medizinische Notfälle entsprechende Krankenhausstrukturen erhalten bleiben müssen.