Die Stadtbild-Debatte hat das Land lange beschäftigt. In Baiersbronn stört sich ein Gemeinderat – und wohl nicht nur er – am Ortsbild, das derzeit ein Schilderwald prägt.
Zahlreiche Fragen an die Gemeindeverwaltung aus allen Fraktionen gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Baiersbronn.
Ratsmitglied Ingo Christein (CDU) fragte, ob auf die Anlieger im Sankenbachtal Erschließungskosten zukommen würden, wenn die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen erfolge. „Es kann zu Beträgen kommen, wir wissen aber noch nicht, in welcher Höhe und in welchem Bereich, aktuell sind wir bei der detaillierten Ausarbeitung der Planung“, erklärte Bürgermeister Michael Ruf.
In Sachen Sankenbach ging es auch um die Masten der ehemaligen Sesselbahn und die immer noch nicht entsorgten abgehängten Sessel. Es werde an eine Verschrottung der Sessel gedacht, sollten diese nicht doch noch abgenommen werden, hieß es vonseiten der Verwaltung. Der Rückbau der Masten könne als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme erfolgen, wenn es eine Möglichkeit gebe – dies würde die Kosten reduzieren.
Zentrale Fläche für Plakate
Jochen Frey (CDU) regte zentrale Werbeflächen für die Wahlplakate in der Gemeinde an, derzeit gebe es überall Wildwuchs. „Man kann solche Dinge regeln. Bisher waren wir der Meinung, dass entsprechende Absprachen mit den Parteien reichen. In der Tat gibt es diesmal viel materiellen Einsatz zur Landtagswahl“, sagte Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt. „Wenn das als zu viel empfunden wird, müssten wir in der Tat zur nächsten Wahl über Regeln sprechen.“
Michael Ruoss (CDU) fragte nach den Car-Sharing-Stationen und dem Stand der Planung. Dazu konnte die Verwaltung aber noch keine Ergebnisse vorlegen.
Ellbachseeblick gesperrt
Michael Seitz (SPD) fragte, warum der Ellbachseeblick mit Bauzäunen gesperrt sei und ob dies wieder ein „deutsches Sicherheits- und Spaßtötungsverfahren“ sei. Bürgermeister Ruf berichtete von „sehr gefährlichen Situationen und Leichtsinn von Besuchern“. Aus Sicherheits- und Haftungsgründen habe man den Ellbachseeblick im Winter gesperrt. Ernst Schleh (FWV) berichtete im Zuge von Bauarbeiten ebenfalls von „äußert unvernünftigen Besuchern“.
Gerhard Gaiser (SPD) fragte nach den negativen Berichten über den Messestand auf der CMT in Stuttgart, ob die Kritik berechtigt gewesen sei. „Wir werden das Thema im Nachgang besprechen, es gibt immer unterschiedliche Wahrnehmungen, ich kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen“, sagte Ruf.
Fernwärme doppelt so teuer wie Heizöl
Beate Schaible (BUB) fragte, warum die Fernwärme in Klosterreichenbach aktuell doppelt so teuer sei wie Heizöl. „Wir können den Preis 2026 konstant halten, im Preis sind viele Parameter enthalten, wir müssten das nochmals genau aufschlüsseln“, erklärte Ruf.
Georg Klumpp (FDP/UBL) regte eine Namenssuche für den Schelklewiesenweiher an – mehrfach sei er darauf angesprochen worden. Weiter fragte er nach dem Verbleib der Tal-X-Schilder jedes Ortsteils. „Wir gehen davon aus, dass sie an anderen Standorten untergebracht werden, teilweise bleiben sie stehen, aber entsorgt werden sie nicht“, sagte Bauamtsleiter Daniel Armbruster.
Karlheinz Nestle fehlt etwas
Karlheinz Nestle (FWV) bemängelte das Fehlen eines deutlichen Hinweises darauf, dass sowohl Freudenstadt als auch Baiersbronn sein Einvernehmen zur aktuellen Windkraftmaßnahme versagt habe. Dies habe ihm in der Pressemitteilung Macks über das Gespräch mit Bürgermeister Ruf gefehlt.
Die Mitteilung sei mit ihm abgestimmt gewesen, entgegnete Ruf. „Ich hatte ja schon gesagt, dass das Landratsamt das Einvernehmen ersetzen wird. Mir war das nicht so wichtig, vielmehr war es mir wichtig zu zeigen, dass die Wünsche der örtlichen Kommunen nicht berücksichtigt werden, weil der Regionalverband seine Arbeit zu spät erledigt hat.“