Zwar nur als drittstärkste Partei, jedoch mit gleich neun Sitzen, schafft es die AfD auch im Zollernalbkreis mit verstärkten Kräften ins Gremium. Gleichzeitig freut sich die CDU als Spitzenreiter während Freie Wähler, SPD, Grüne und die FDP Verluste einfahren.
Die vorläufigen Ergebnisse der Kreistagswahl für den Zollernalbkreis liegen vor: Das neue Gremium besteht insgesamt aus 56 Mitgliedern, darunter vier Ausgleichssitze. Mit neun Sitzen liegt der Frauenanteil mit 16,1 Prozent etwas höher als bei der vorigen Kreistagswahl (2019: 12,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu den vorigen Kreistagswahlen gestiegen: 2014 lag sie noch bei 46,6 Prozent, 2019 bei 54,6 und diesen Sonntag nun bei 58,2 Prozent.
Das endgültige Ergebnis wird der Kreiswahlausschuss in seiner Sitzung, welche voraussichtlich am 8. Juli stattfinden wird, feststellen. Wie die Parteien abgeschnitten haben und wie sie die Ergebnisse bewerten.
Die CDU ist – wie schon seit vielen Jahren – die stärkste Fraktion in Kreistag. Die Christdemokraten haben sogar leicht zugelegt, von im Jahr 2019 33,3 Prozent auf jetzt etwa 34,1 Prozent. CDU-Fraktionssprecher Frank Schroft zum Ergebnis: „Wir freuen uns sehr, als die baden-württembergische Kommunalpartei bestätigt worden zu sein. Wir haben den klaren Auftrag bekommen, die pragmatische und an der Realität orientierte Politik in den Städten und Gemeinden fortzusetzen.“ Gleichzeitig zeige das Ergebnis die Unzufriedenheit der Wähler mit der Ampel in Berlin. „Das hat zu vielen Proteststimmen geführt, die nun der AfD zukommen“, schließt Schroft.
Freie Wähler
Für die Freien Wähler, die mit 22,3 Prozent der Stimmen einen leichten Stimmenverlust erlitten haben, spricht Reinhold Schäfer: „Es war unser Ziel, dass wir halten, was wir 2019 erreicht haben.“ Man sei quasi auf der Schwarzen Null gelandet und habe die bisherige Anzahl an Sitzen im Kreistag halten können. „Daher sind wir zufrieden mit dem, was wir erreicht haben.“
AfD
Die AfD ist die eigentliche Siegerin der Kreistagswahl. Mit einem fetten Zugewinn von knapp acht Prozent wird die rechtspopulistische Partei drittstärkste Kraft im Kreistagsgremium. Hans-Peter Hörner, Sprecher der AfD Zollernalb, kommentiert das Ergebnis so: „Ich bin sehr erfreut, dass wir in den Kreistag einziehen.“ Als Neuner-Fraktion könne man im Kreis viel erreichen.
SPD
Die SPD verliert ein knappes Prozent an Stimmen. Katja Weiger-Schick, SPD-Kreisvorsitzende, kommentiert: „Unter dem Strich hat die SPD Zollernalb in Prozentpunkten einen kleinen Verlust hinnehmen müssen.“
In manchen konservativ geprägten Bereichen tue sich die SPD traditionell schwer. „Aber es gibt auch helle Schlaglichter wie das fulminante Kreis-Ergebnis, das Sybille Fleischmann in Balingen für uns eingefahren hat“, so Fleischmann. „Das ist großartig.“
Christopher Seng, Sprecher der Grünen in Balingen, sagt über den Verlust von vier Prozent: „Das ist sehr schade, wir haben in Balingen einen tollen Wahlkampf gemacht.“ Man habe an vielen Türen geklingelt. Dass es dennoch zu Verlusten kam, sei vermutlich dem bundesweiten Trend geschuldet.
FDP
Die Ergebnisse der FDP kommentiert der Fraktionsvorsitzende Dietmar Foth so: „Auch wenn es kreisweit leichte Verluste gab, konnte die FDP im Wahlkreis Balingen ein hervorragendes Ergebnis erzielen.“ Zwar gebe es eine negative Stimmung der Ampel gegenüber, Wähler könnten jedoch durchaus differenzieren. Hinsichtlich der Arbeit im Kreistag müsse man schauen, wie sich das Ergebnis der AfD auswirke.