Im Rohrdorfer Rathaus wird am 2. Februar ein neuer Bürgermeister gewählt. Foto: Thomas Fritsch

Sie wollen auf den Chefsessel im Rohrdorfer Rathaus: Alexandros Arsoniadis und Daniel Jendroska. Augustine Oruma wollte seine Bewerbung zurückziehen. Er steht aber aus rechtlichen Gründen trotzdem auf dem Wahlzettel. Am Sonntag, 2. Februar, wird in Rohrdorf gewählt. Wir haben den Kandidaten in einer letzten Runde vor dem Urnengang noch mal die gleichen Fragen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten.

Nach mehr als 30 Jahren an der Spitze des Rohrdorfer Rathauses zieht sich Joachim Flik vom Amt des Bürgermeisters zurück und geht in den Ruhestand. Am 2. Februar können die Bürger des Ortes im Nagoldtal über den Nachfolger entscheiden. Alexandros Arsoniadis und Daniel Jendroska wollen die Flik-Nachfolge antreten und verraten hier, was sie in Rohrdorf so vorhaben.

 

Was sind denn die Stärken von Rohrdorf?

Alexandros Arsoniadis: Rohrdorf besticht durch seine Nähe zu Nagold, wodurch man schnell in der Stadt ist, aber dennoch ländlich und ruhig wohnt.  Die lokale Wirtschaft wird durch mittelständische Unternehmen und Handwerk gestärkt, ergänzt durch eine solide Infrastruktur mit der Grundschule und den umliegenden Einkaufsmöglichkeiten. Ein starkes Gemeinschaftsgefühl und kulturelle Angebote runden die Stärken ab.

Alexandros Arsoniadis ist 44 Jahre alt und wohnt in Rohrdorf Foto: Lefteris Charitidis

Daniel Jendroska: Die Gemeinde Rohrdorf zeichnet sich durch Offenheit und Freundlichkeit ihrer Bürger aus. Besonders hervorzuheben ist der Wunsch nach Veränderung und Engagement, das sich auch in den vielfältigen Vereinsangeboten zeigt. Mit einer soliden Gewerbestruktur, einer hervorragenden Verkehrsanbindung und vielen Potenzialen für positive Entwicklungen bietet Rohrdorf ideale Voraussetzungen für eine starke Zukunft.

Im Ortscheck des Schwabo, bildete Rohrdorf das Schlusslicht. Welche beson-deren Schwächen hat denn der Ort?

Alexandros Arsoniadis: Rohrdorf hat Schwächen in der Nahversorgung: Es gibt keinen Metzger, keine Apotheke, keine Post und keinen ansässigen Hausarzt. Diese Lücken in der Infrastruktur erschweren den Alltag der Bewohner und machen den Ort für bestimmte Zielgruppen, wie ältere Menschen oder Familien, weniger attraktiv.

Daniel Jendroska ist 44 Jahre alt und wohnt in Eutingen-Weitingen. Foto: Huber

Daniel Jendroska: Rohrdorf hat Herausforderungen, die angepackt werden müssen: ein unbelebter Ortskern mit Leerständen, veraltete Infrastruktur wie das Wassernetz oder der Grundschule und ein digitales Angebot, das modernisiert werden muss. Es fehlen erneuerbare Energien, z. B. PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden, sowie E-Ladesäulen und altersgerechte Wohnungen. Diese Schwächen bieten jedoch Chancen für gezielte Verbesserungen und nachhaltige Entwicklung.

An welchen Schwächen würden Sie als Erstes arbeiten, sollten sie Bürger-meister werden? Und wie?

Alexandros Arsoniadis: Als Bürgermeister wäre meine erste Priorität die Ansiedlung eines Hausarztes. Ich würde aktiv mit Ärzten, Kliniken und Gemeindenetzwerken kooperieren, finanzielle Anreize oder Praxisräume bereitstellen und die Vorteile des Standorts betonen. Ein fester Ansprechpartner vor Ort wäre ein wichtiger Schritt, um die medizinische Grundversorgung zu sichern und die Lebensqualität für alle Bewohner zu steigern.

Daniel Jendroska: Mein erster Fokus läge auf der Verbesserung des Informationsangebots der Gemeinde. Ich würde die Homepage modernisieren und digitale Bürgerservices einführen, um den Bürgern mehr Transparenz und Service zu bieten. Parallel dazu setze ich mich für die Belebung des Ortskerns ein, z. B. durch die bedarfsgerechte Ansiedlung von Frequenzbringern wie einem Friseur und gezielte Gespräche mit Eigentümern, um die Ortskernsanierung voranzutreiben.

Was sind denn Ihre persönlichen Stärken, die Ihnen im Amt des Rohrdorfer Bürgermeisters helfen könnten?

Alexandros Arsoniadis: Meine Stärken liegen in meiner Kommunikationsfähigkeit, meinem Engagement und meiner Problemlösungsorientierung. Ich höre den Bürgern zu, verstehe ihre Anliegen und setze mich aktiv dafür ein. Mit meinen betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten treffe ich effiziente, nachhaltige Entscheidungen. Durch meine langjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen kann ich unterschiedliche Interessen vereinen und gemeinsam Projekte voranbringen, um Rohrdorf zu stärken.

Daniel Jendroska: Meine fundierte Ausbildung (Bachelor of Arts – Public Management) und über zehn Jahre kommunale Verwaltungserfahrung, darunter fast fünf Jahre als Hauptamtsleiter, bilden meine Stärken. Als rechte Hand des Bürgermeisters habe ich gelernt, effektiv mit Bürgern, Vereinen und Gewerbetreibenden zusammenzuarbeiten. Besonnenheit, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und Stressresilienz zeichnen mich als verlässlichen und engagierten Bürgermeister aus.

Finanzen sind derzeit ein Problem in sehr vielen Kommunen. Wie würden Sie das Problem in Rohrdorf lösen?

Alexandros Arsoniadis: Um die finanziellen Herausforderungen in Rohrdorf zu lösen, würde ich gezielt die Effizienz der Ausgaben prüfen und unnötige Kosten reduzieren. Zudem würde ich aktiv nach Fördermitteln und Kooperationen mit benachbarten Gemeinden suchen. Ich würde gezielt in Projekte investieren, die Einnahmen für die Gemeinde generieren. Gleichzeitig würde ich transparent mit den Bürgern kommunizieren und ihre Ideen einbeziehen.

Daniel Jendroska: Ich werde die Finanzen durch gezielte Priorisierung von Ausgaben und Investitionen stabilisieren und Fördermittel sowie Zuschüsse effizient nutzen. Gleichzeitig plane ich, die Einnahmen durch strategische Gewerbeansiedlung und den Ausbau bestehender Einnahmequellen zu steigern. Zudem werde ich mich dafür einsetzen, externe Verpflichtungen, wie die Kreisumlage, möglichst gering zu halten.