Guido Schöneboom (links) will in einer dritte Amtszeit als Erster Bürgermeister von Lahr gehen. Markus Schoor will dies verhindern. Foto: Stadt Lahr/privat

Der Lahrer Rat wählt am Montag den Ersten Beigeordneten von OB Markus Ibert. Dabei muss sich der Amtsinhaber einem Herausforderer stellen: dem Ettenheimer Bauamtsleiter.

Guido Schöneboom versus Markus Schoor: So heißt es am kommenden Montag im Lahrer Gemeinderat, wenn sich die beiden Kandidaten für das Amt des Ersten Bürgermeisters öffentlich vorstellen. Anschließend entscheiden die Räte, ob der Stelleninhaber eine dritte Amtszeit antreten darf oder in Lahr eine neue Ära beginnt.

 

Der Erste Bürgermeister leitet bei der Stadtverwaltung das Dezernat II. Es umfasst das Ordnungsamt, die Bereiche Kultur, Musik und Medien, Stadtgeschichte und Archivwesen sowie Soziales, Bildung und Sport. Er ist zudem ständiger Allgemeiner Vertreter des OB. Nach LZ-Informationen hatten sich mehrere Kandidaten um den Posten beworben, der Großteil zog jedoch im Laufe des Verfahrens zurück. Am Ende ließ der Haupt- und Personalausschuss (HPA) bei seiner nicht-öffentlichen Sitzung am 2. März zwei Bewerber für die öffentliche Vorstellung zu.

„Lahr bedeutet Heimat für mich. Ich bin hier geboren, habe hier gearbeitet und meine Frau kennengelernt“, begründet der 41-jährige Herausforderer im Gespräch mit der LZ seine Motivation für den nächsten Karriereschritt. Als Erster Beigeordneter wäre er für mehr als 400 Mitarbeiter verantwortlich – fast doppelt so viele wie in der gesamten Ettenheimer Stadtverwaltung tätig sind.

Der Dörlinbacher ist, wie er sagt, im Schuttertal verwurzelt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach dem Abschluss der Realschule absolvierte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Landratsamt. Es folgten die Fachhochschulreife sowie das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt in Kehl. Seit 2009 ist er bei der Stadt Ettenheim tätig, seit 2020 Bauamtsleiter. „Ich war schon immer gerne für die Gemeinde aktiv, komme gerne in Kontakt mit Menschen“, erzählt er über sich. Im Laufe der Jahre habe er immer mehr Verantwortung übernehmen dürfen, „das macht mir Spaß“.

CDU-Mitglied, aber unabhängiger Kandidat

Schoor bringt für das Amt Erfahrung „von der anderen Seite“ mit: Seit 2019 ist er für die CDU Gemeinderat in Schuttertal. „Es ist wahnsinnig wertvoll, zu wissen, wie die Arbeit im Gemeinderat abläuft.“ Nun möchte er seine Fähigkeiten in Lahr einbringen – „eine vielfältige Stadt mit vielen Herausforderungen. Das reizt mich.“

Schoor, der CDU-Mitglied ist, aber betont, als unabhängiger Kandidat anzutreten, steht nach eigenen Angaben, „für eine Verwaltung, die effizient, digital und zugleich bürgernah handelt“. Er plädiert für zukunftsorientiertes Denken und will das Miteinander in Lahr nachhaltig stärken.

Herausforderer weiß um Stellung des Amtsinhabers

Ein Bürgermeisteramt sei für ihn immer ein Ziel gewesen. Das habe er auch kommuniziert – seine Ettenheimer Kollegen wüssten, dass sie sich im Erfolgsfall einen neuen Bauamtsleiter suchen müssen. „Aber auch wenn es nicht klappt, bin ich glücklich in Ettenheim.“ Er sei sich bewusst, sagt er, dass es nicht einfach wird, den Amtsinhaber auszustechen. „Ich weiß, dass die Arbeit von Guido Schöneboom im Gemeinderat sehr geschätzt wird. Aber ich habe es bis zum Gemeinderat geschafft und jetzt liegt es an den Räten, zu entscheiden.“

Schöneboom hatte bereits Mitte Oktober gegenüber der LZ durchblicken lassen, dass er sich eine dritte Amtszeit gut vorstellen könne – und gab wenige Wochen später tatsächlich seine Bewerbung ab. Er fühle sich „frisch“ und sei „immer noch hungrig“, anstehende Projekte in Angriff zu nehmen, so der Erste Beigeordnete damals. Als Beispiele nannte er unter anderem die Fortentwicklung der Schullandschaft, den Ausbau des Kulturangebots und Lahrs 750-Jahr-Feier im Jahr 2028.

Schöneboom blickt mit „Demut und Zuversicht“ auf die Wahl

Eine Woche vor der Wahl zeigt sich der 60-Jährige auf Nachfrage aufgeräumt: „Es ist doch völlig normal, dass sich bei einem Auswahlverfahren um solch einen Posten mehrere Kandidatinnen und Kandidaten bewerben.“ Auf die Person des Herausforderers will der Amtsinhaber nicht näher eingehen. Er blicke mit „Demut, aber auch Zuversicht“ auf den Montag, erklärt Schöneboom. Letztere nähre sich „aus 16 Jahren engagierter Arbeit für die Stadt Lahr, einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und großer Unterstützung vieler Kolleginnen und Kollegen aus meinem Dezernat und der gesamten Verwaltung“. Aus der nicht-öffentlichen Bewerbervorstellung im HPA Anfang des Monats sei er „mit einem guten Gefühl gegangen“, berichtet der Bürgermeister – und ergänzt ein Ziel: die Umsetzung des Sportparks Dammenmühle.

Die Sitzung

Die Wahl des Ersten Beigeordneten steht zu Beginn der Sitzung des Lahrer Gemeinderats am Montag, 23. März, im Gemeinderatssaal im Rathaus II an. Start ist um 17.30 Uhr.