Sieben Spiele, sieben klare Siege: Bei der Weltmeisterschaft in Göppingen werden die Radballer Bernd Mlady und Raphael Kopp ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht.
Sie waren die großen Favoriten – und sie wurden dieser Rolle vollauf gerecht. Radballer Bernd Mlady, der in Stuttgart wohnt, gewann mit seinem Partner Raphael Kopp in Göppingen den WM-Titel. Wie überlegen das deutsche Duo war, das sich bereits am Ende der ersten gemeinsamen Saison 2024 in Bremen Gold geholt hatte, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste: Der Titelverteidiger gewann alle sieben Spiele deutlich, im Finale gab es nach einem 0:1-Rückstand noch einen klaren 6:2-Erfolg gegen Österreich. „Es war ein geiles Turnier von uns“, sagte Mlady, „Raphael war im Tor fast unüberwindbar, nach vorne haben wir sehr viel Druck gemacht.“
Schon im Vorfeld hatte Bundestrainer Jörg Latzel seine beiden Schützlinge, die früher mit anderen Partnern erfolgreich waren und sich erst 2024 zusammengetan haben, als nahezu unschlagbar bezeichnet – sofern sie ihr Leistungsvermögen ausschöpfen. Das haben Bernd Mlady, dessen Lebenspartnerin die frühere Kunstrad-Weltmeisterin Iris Schwarzhaupt aus Stuttgart ist, und Raphael Kopp, der mit seiner Familie in der Nähe von Göttingen lebt, eindrucksvoll getan. „Es war das beste Turnier, das wir je gespielt haben“, meinte Kopp. Und Mlady fügte hinzu: „Wir haben kaum Gegentore bekommen. Und unsere Offensive funktionierte so, wie wir es uns vorgestellt haben.“
Die Weltmeister Bernd Mlady und Raphael Kopp hören auf
Damit waren die Favoriten zu stark für die Konkurrenz, die bald aufatmen darf: Nach dem Weltcup-Finale am 6. Dezember in Hofen bei Aalen werden die beiden Überflieger ihre radballerische Fernbeziehung und damit auch ihre Karrieren beenden. „Es ist an der Zeit, sich anderweitig zu orientieren“, sagte Bernd Mlady am Sonntag in Göppingen, „aber zuerst wird heute Abend richtig gefeiert.“
Auch den dafür passenden Rahmen bot die EWS-Arena, in der eine herausragende WM stattgefunden hat. 11 700 Zuschauer an drei Tagen, perfekte Stimmung, zwei Titel für die deutschen Radball-Teams der Frauen und Männer, zehn Medaillen (4x Gold, 3x Silber 1x Bronze) für die deutschen Kunstradfahrerinnen und Kunstradfahrer – auch Veranstalter Jens Zimmermann strahlte nach der WM. „Es ist alles aufgegangen“, sagte er, „wir haben beide Sportarten in ihrer vollen Schönheit und Kraft präsentieren können. Der Hallenradsport hat diese große Bühne verdient. Wir hoffen sehr, dass wir künftige Veranstalter inspiriert haben.“
Die nächste WM findet im Oktober 2026 im englischen Derby statt. Dann, das steht jetzt schon fest, wird es zumindest im Radball der Männer einen neuen Titelträger geben.