Von 1561 Wahlberechtigten machten in Simmersfeld 1423 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Foto: Manfred Köncke

Auch in Simmersfeld und Egenhausen mobilisierte die Bundestagswahl die Bürger und Bürgerinnen: Bei Schließung der Wahllokale hatten 85,9 beziehungsweise 86,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Die Ergebnisse spiegeln den aktuellen Trend wieder – mit Ausnahme eines Wahlbezirks.

Sowohl Klaus Mack als Direktkandidat als auch die Christdemokraten bei den Zweitstimmen hatten in Simmersfeld wie auch in Egenhausen die Nase vorne – auch wenn der Vorsprung auf Raimond Lamparter und die AfD in manchen Wahlbezirken eher marginal war: In Fünfbronn beispielsweise trennen CDU und AfD gerade einmal eine Stimme.

 

Im direkten Vergleich schneidet Klaus Mack deutlich besser ab als seine Partei – am deutlichsten distanzierte er Raimond Lamparter bemerkenswerterweise ebenfalls in Fünfbronn, wo der AfD-Mann 18,1 Prozentpunkte hinter Mack liegt. In der Gesamtgemeinde erhielt der CDU-Kandidat 44,7 Prozent der Stimmen, während seine Partei es auf 37,2 brachte – das macht sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen ein leichtes Plus gegenüber 2021 aus.

Die bisherigen Ampelkoalitionäre mussten auch in Simmersfeld Federn lassen. Die SPD rutschte gemeindeweit von 16,6 auf 8,4 Prozent, die Grünen verbuchten statt 9,4 Prozent nur noch 5,6. Die FDP hätte in Simmersfeld im Gegensatz zum bundesweiten Wahlergebnis zwar die Fünf-Prozent-Hürde überwunden, aber auch dort musste sie Einbußen von 17 auf 6,1 Prozent hinnehmen.

Grüne holt 22,1 Prozent

Gegen den Trend benachbarter Ortschaften und des bundesweiter Ergebnisses stimmten die Beurener ab – Raimond Lamparter musste sich dort mit ungewohnten 14 Prozent begnügen, während seine Grünen-Konkurrentin Thuy Nga Trinh 22,1 Prozent erreichte. Zieht man allerdings ins Kalkül, das Trinhs Vorgängerin Sara Haug vor vier Jahren noch 32,9 Prozent der Beurener hinter sich versammeln konnte, relativiert sich dieses Ergebnis doch wieder etwas.

In Egenhausen lag die Wahlbeteiligung bei 86,1 Prozent. Foto: Manfred Köncke

Ließe sich das Egenhauser Ergebnis auf die Bundesrepublik hochskalieren, würde bei der CDU wohl eitel Sonnenschein herrschen – dort erreichten die Christdemokraten nämlich 38,3 Prozent der Stimmen. Ihr Kandidat Klaus Mack konnte noch einen draufsetzen und verbuchte 42,3 Prozent. Anders bei Raimond Lamparter und der AfD: In Egenhausen scheint die Partei (28,8 Prozent) höher im Kurs zu stehen als der Bewerber (26,3).

SPD und Grüne stürzen ab

Für die Parteien der bisherigen Ampelkoalition gestaltete sich das Votum der Egenhauser ähnlich freudlos wie andernorts: Die SPD stürzte von 15,1 auf 6,7 Prozent ab, die FDP traf es noch härter, sie sackte von 18,7 auf 5,7 Prozent ab. Die Verluste der Grünen nehmen sich da im Vergleich beinahe glimpflich aus: Gegenüber 6,6 Prozent vor vier Jahren standen dieses Mal noch 6,3 Prozent zu Buche.

Ginge es nur nach den Egenhausern und Simmersfeldern, wäre die Wiedergeburt der Linken ausgefallen: Die auf Bundesebene wiedererstarkte Partei brachte es auf 3,4 (Simmersfeld) und 3,6 (Egenhausen) Prozent.