Seit 20. Dezember läuft die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl in Schömberg. Jetzt gibt es mit Michael Hopf den ersten Kandidaten. Was sind seine Beweggründe für die Bewerbung.
Beim Neujahrsspaziergang hat Michael Hopf seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters in den Briefkasten beim Rathaus in Schömberg geworfen. Die Wahl ist am 8. März, eine eventuelle Stichwahl am 22. März.
Der 44-jährige gebürtige Thüringer ist verheiratet und lebt seit 2017 in der Glücksgemeinde Schömberg.
Experte in Sachen Finanzen
Der Diplom-Verwaltungsökonom ist seit 2007 in der öffentlichen Verwaltung tätig. Er leitet derzeit die Abteilung Finanzen und Beteiligungen im Landratsamt Calw und ist Kreiskämmerer.
Vor seinem Wechsel ins Calwer Landratsamt arbeitete Hopf unter anderem im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Vor der Zeit im Ministerium hatte Hopf neun Jahre die Leitung des Fachbereichs Finanzen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart inne.
Außergewöhnlich viel Einzelhandel
Ihm gefalle es in Schömberg sehr gut, sagte Hopf im Gespräch mit unserer Redaktion. So gebe es in einem Ort dieser Größe außergewöhnlich viel Einzelhandel. Den will er weiter fördern wie übrigens auch die Handwerksbetriebe.
Noch weiter an der Steuerschraube zu drehen, hält er nicht für sinnvoll.
Hopf ist nicht entgangen, dass Schömberg finanzielle Probleme hat – wie fast alle Kommunen. Hopf ist sich aber darüber im Klaren, dass die Konsolidierung der Finanzen nicht von heute auf morgen passieren könne. Solche Prozesse dauerten lange.
Neue Baugebiete als Ziel
Die Finanzkraft will er dadurch stärken, indem die Einwohnerzahl der Gemeinde zunimmt. Das gehe über neue Baugebiete. Schömberg müsse attraktiv für junge Familien sein. Dass mit dem Zensus Einwohner verschwunden seien, habe aber „reingehauen“, räumt Hopf ein.
Mehr Touristen anziehen
Auch der Tourismus und die Reha seien für einen Ort wie Schömberg wichtig, macht Hopf deutlich.
Einst als „Davos Deutschlands“ bezeichnet hat Schömberg als Kur- und Rehabilitationsort eine bewegte Geschichte hinter sich. In diese Richtung müsse es wieder gehen, so Hopf. Auch der Aussichtsturm „Himmelsglück“ solle mehr Touristen anziehen.
Wenn Zuschüsse fließen, solle man zugreifen, findet Hopf. Er will sich aber nicht darauf verlassen.
Ein „Wunschkonzert“ werde die nächste Zeit nicht, ist sich Hopf bewusst.
Es wäre schon einiges erreicht, wenn die derzeitige Infrastruktur erhalten werde. Diese Aufgabe sei „groß genug“. Hier habe es in Deutschland generell einige Versäumnisse gegeben, wie sich jetzt etwa bei maroden Brücken zeige. Eine Mehrzweckhalle werde es deshalb auf absehbare Zeit nicht geben können.
Dabei spricht sich Hopf nicht generell gegen die Aufnahme von Krediten aus: „Investitionsschulden sind keine schlechten Schulden.“