Kindergarten, Schule und der Einsatz gegen Windkraftanlagen sind allen Bürgermeisterkandidaten für Malsburg-Marzell wichtig. Unterschiede liegen im Detail.
Die Bürgermeisterwahl in Malsburg-Marzell ist am 12. April. Die Vorstellung der vier Kandidaten in der voll besetzten Stockberghalle verlief ruhig und insgesamt respektvoll. Die Bürger hörten den Kandidaten bei deren Vorstellungsrunde aufmerksam zu.
Hier gab es etliche gemeinsame Themen. Alle vier Kandidaten wollen die Zukunft von Kindergarten und Schule sichern und Gemeindeimmobilien instand setzen. Zum Schutz von Trinkwasser, Landschaft und Lebensqualität wollen alle vier im Rahmen ihrer Möglichkeiten möglichst viele Windkraftanlagen verhindern.
Zu den Themen der Reden von Andreas Spicker, Uwe Oehlschläger und Ralf Argast gehörte zudem das Ermöglichen des Bauens vor Ort für Einheimische und Neubürger.
Singer, Spicker und Oehlschläger wollen das Ehrenamt stärken, Spicker und Argast erklärten das Akquirieren von Fördermitteln für die finanzschwache Gemeinde zur Chefsache.
Die Vorstellungsrunde eröffnete Mario Singer (63), seit 2018 Bürgermeister in Malsburg-Marzell. Der studierte Forst- und Volkswirt verwies auf seine in acht Jahren gesammelten Erfahrungen und listete die gestemmten Projekte dieser Jahre auf. In seiner Amtszeit habe er ein klares Verständnis dafür erworben, was die landschaftlich interessante und zugleich herausfordernde Gemeinde brauche.
Mario Singer ist für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen
Dass in den vergangenen Jahren etliche Angebote zurückgefahren werden mussten, solle so nicht bleiben. Für die kommenden acht Jahre nannte er, neben den genannten Themen eine nachhaltige Entwicklung, solide Finanzen, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, weniger Bürokratie, klare Strukturen, mehr Angebote für Kinder und Familien und die Stärkung und Ertüchtigung der Infrastruktur samt Löschwasserversorgung.
Uwe Oehlschläger (70) lebt in Kandern. Der Polizeihauptkommissar a. D. arbeitet bei der Stadt Lörrach im Bereich Katastrophenschutz und Wohnraumförderung und fand: „Wenn ich mit 70 Jahren auf Kreuzfahrt gehen kann, kann ich auch acht Jahre als Bürgermeister arbeiten“.
Uwe Oehlschläger setzt sich für die Stärkung der Nahversorgung ein
In seinem Beruf habe er gelernt, mit Menschen umzugehen. Zu seinen Anliegen gehörte die Stärkung der Nahversorgung etwa durch einen genossenschaftlich organisierten Dorfladen. Für den Ausfall des Schülerbusses, so Oehlschläger, sei eine kurzfristige Lösung aktuell nicht absehbar, erst nach der Wahl werde sich da etwas bewegen.
Andreas Spicker (43) aus Tannenkirch ist stellvertretender Leiter im Finanzamt Lörrach. Er fand: „Ich spüre eine gewisse Stimmung, die sich nach einem Neuanfang sehnt“. Mit der Gemeinde fühle er sich durch verwandtschaftliche Beziehungen stark verbunden, er wolle gern hier – und nur hier – Bürgermeister sein und im Falle seines Wahlsieges im Interesse Malsburg-Marzells bei den Kreistagswahlen 2029 kandidieren.
Einen regelmäßigen Stammtisch will Andreas Spicker einberufen
In seinen eineinhalb Jahren als Kanderner Stadtrat habe er die Vielfalt der Kommunalpolitik erfahren. Zur Stärkung des Miteinanders möchte er einen regelmäßigen Stammtisch mit Vertretern der Vereine, Kirche, Feuerwehr, First Respondern, Verwaltungskräften und eventuell Gemeinderäten etablieren, Bürgermeistersprechstunden anbieten und den Tourismus aktivieren. Die Lage des Nahverkehrs werde sich durch das künftige Buslinienbündel erheblich verbessern, dies werde auch das Schülerbusproblem lösen, sagte er.
Ralf Argast (59) aus Sitzenkirch sagte: „Ich stehe da, um euch wach zu rütteln“. Ihm lägen die Menschen im oberen Kandertal am Herzen und er wolle, dass hier wieder Ruhe und Miteinander einziehen. Durch seine Arbeit im Kanderns Tiefbauamt habe er ein gutes Netz zu Behörden aufgebaut.
Über Windkraft will Ralf Argast mit Eigentümern sprechen
Zur Verhinderung von Windkraftanlagen wolle er mit den Privateigentümern betroffener Gebiete in Kontakt treten, für eine schnelle Lösung beim Schülerbus das Gespräch mit Behörden und dem Verkehrsbetrieb suchen, des weiteren neue Spielplätze schaffen und alte sanieren, mehr Mülleimer aufstellen und mehr Sitzbänke an schönen Plätzen installieren.