Parallel zur Kommunalwahl wird in Hofstetten am morgigen Sonntag, 9. Juni, erstmals auch probeweise für Kinder ein Gremium gewählt. 37 Kinder kandidieren bei dieser Premiere für einen von insgesamt acht zur Verfügung stehenden Sitzen.
Seit Wochen werden die Kinder in der Franz-Josef-Krämer Schule auf die Wahl vorbereitet. Die Dritt- und Viertklässler haben passend dazu eine Plakatwand erstellt, auf der die Grundzüge des Themas übersichtlich dargestellt sind. Unter dem Stichwort „Aufgaben“ sind Mitbestimmung in der Ferienbetreuung oder dem Sommerspaß, die Mitbestimmung bei der Auswahl der Spielgeräte für den neuen Spielplatz „Auf der Rot“, das freie finanzielle Budget von 1000 Euro im Jahr und Sitzungen einmal pro Quartal aufgelistet.
Außerdem ist vermerkt: „Der Kinder-Gemeinderat darf den Gemeinderat in Kinderfragen beraten.“ Der Ablauf der Wahl ist anhand von Bildern dargestellt. Und damit am Sonntag jeder weiß, wie der Stimmzettel auszufüllen ist, wurde der Urnengang im Rahmen des Unterrichts geübt. Beim Besuch unserer Redaktion in der Schule projizierte Lehrerin Laura Messmer einen Stimmzettel an die Wand, erklärte: „Jede Klasse hat eine eigene Farbe. Jeder hat acht Stimmen und kann jeder Klasse zwei Stimmen geben.“
Schon stellte sich die Frage, was bei zu viel abgegebenen Stimmen passiert. Und ob es auch möglich sei, in einer Klasse nur ein Kind zu wählen. Anhand der Frage, ob auch die eigene Person gewählt werden dürfe, erklärte Messmer die geheime Wahl. Dann wurden Probe-Stimmzettel verteilt und die geheime Wahl durch Sichtschutz simuliert. Anschließend ging es an die Original-Wahlurne, in die die ausgefüllten Stimmzettel geworfen wurden. „Man muss am Sonntag nicht das selbe wählen“, erklärte die Lehrerin abschließend. Die Probe-Wahl wurde nicht ausgezählt, die Stimmzettel vernichtet. Nach der Wahl werden auch nur die Namen der Kinder veröffentlicht, die den Kinder-Gemeinderat bilden werden. Auf die Frage, wie die Viertklässler einen Kinder-Gemeinderat finden würden, war die Resonanz gut. Argumente folgten: „Weil Kinder auch Rechte haben“, „weil wir besser wissen, mit was wir auf Spielplätzen spielen wollen“ und „weil nicht nur Erwachsene entscheiden sollten“. Auf das Ergebnis alle gespannt.
Die Amtszeit des Rats
Da das Projekt des Kinder-Gemeinderats in Hofstetten erst ins Laufen kommen muss, ist die erste Amtszeit bis zum Ende des Schuljahres 2024/25 begrenzt. Danach soll das Ganze auf Fortbestand geprüft werden.