Bei den Bürgerfragen an die Bewerber für das Amt des Bad Bellinger Bürgermeisters ging es unter anderem um Klimapolitik, Schulausbau, Radwege und die Balinea Therme.
Zum Thema Therme sagte Karl Wiesler: „Entweder macht man den Schuppen wirtschaftlich oder er wird dicht gemacht.“ Für Franz Feldmeyer haben Vermarktung und Ertüchtigung der Therme oberste Priorität, zumal das Bad bestes Thermalwasser habe und die Erneuerung von Tragwerk und Dachabdichtung machbar sei.
Ein Bürger und auch Franz Feldmeyer beklagten den Wegfall des Funktionstrainings im Thermalbad. Carsten Vogelpohl, amtierender Bürgermeister und undotierter Geschäftsführer der Bade- und Kurverwaltung (BuK), sagte dazu, im damaligen Gespräch mit der Rheuma-Liga als Träger des Funktionstrainings habe sich ergeben, dass es hierfür zu wenig ausgebildete Kräfte gebe und zudem nur ein einziges, von Badbesuchern und Trainierenden zugleich genutztes Innenbecken.
Ein Anbau mit einem zweiten Innenbecken sei vorgesehen, Fachleute hätten die Therme seit 2019 unter die Lupe genommen. Im Corona-Jahr 2021 dann habe man beschlossen, dem Rathausumbau Vorrang vor der Badsanierung zu geben.
Harro Kienzler befand, es brauche Profis für die Geschäftsführung der BuK – er wolle als Rathauschef diese Arbeit nicht machen. Er würde ein Auge auf die Geschäftsführung haben.
Thema Aussegnungshalle
Zur fehlenden, derzeit als Lagerraum genutzten Aussegnungshalle im Kernort sagte Vogelpohl, es komme keine neue. Für würdige Trauerfeiern gebe es die Kirche und die Aussegnungshalle in Rheinweiler. Mangels finanzieller Mittel für eine solche Halle war Feldmeyer für eine gemeinsame Nutzung der Schliengener Aussegnungshalle mit der Gemeinde Schliengen.
Kienzler fand, wenn die Mehrheit der Bürger dafür sei, käme eine neue Aussegnungshalle auf die Agenda, und zwar ohne Fördergelder. Wiesler konnte dazu nichts sagen – auch nicht zum Radwegenetz, da er nicht im Ort lebe.
Zu dieser Zuhörerfrage fand Kienzler, das Radwegenetz sei nicht schlecht, könne aber für Familien besser sein, doch das Geld dafür stecke im Rathausumbau. Feldmeyer meinte, hier müsse man Verhandlungsbereitschaft zeigen. Vogelpohl kündigte an, die Lücke im Radweg nach Schliengen entlang der B 3 solle geschlossen, der Lückenschluss vom Feuerwehrhaus nach Bamlach geprüft und Förderinstrumente gesucht werden.
Nach Kernzielen gefragt
Auf die Frage nach den Kernzielen der kommenden fünf Jahre wiederholte Kienzler das Pilotprojekt Bürgerpark statt Kurpark. Was in den Teilorten anstehe, werde er im Gespräch mit den Menschen dort sehen. Vogelpohl sprach sich für neue Baugebiete in Kernort und Ortsteilen aus. Das, meinte Feldmeyer, bedinge auch ausreichenden Schulraum.
Hierzu kritisierte Kienzler die beengte Situation an Rheinweilers Sonnenrainschule, die durch den Anbau noch enger würde, zudem fehlten Parkplätze. Der beengte Standort sei nicht optimal, räumte Vogelpohl ein. Eventuell könne man in der Zukunft den Kindergarten in Rheinweiler für Schulzwecke nutzen, doch sehe er hierfür keinen akuten Bedarf.
Wärmenetz hat Hürde genommen
Betreffs Klimapolitik verwies Vogelpohl auf das geplante Wärmenetz für das Kurgebiet – es habe erst wieder eine Hürde genommen. Auf die Regionalplanung für Windkraftstandorte auf Bellinger Gemarkung habe die Gemeinde keinen Einfluss.
Feldmeyer kritisierte die hohen Kosten für Bürger infolge des Heizungsgesetzes, Wiesler sprach von der neuen Photovoltaikanlage-Anlage auf seinem Hausdach, Kienzler von der Ausstattung seines Betriebes mit PV-Anlagen, Wärmepumpe und Hackschnitzelheizanlage. Man müsse abwägen, meinte Kienzler, was für die Gemeinde Sinn mache und das dann umsetzen.