Für die protestantischen Altensteiger steht die Kirchengemeinderat-Wahl an. Foto: Wiebke Jansen/Christian Schwier-stock.adobe.com/Montage: Helber

In Altensteig wird der neue Kirchengemeinderat gewählt. Auf die Räte warten gleich zwei große Aufgaben in ihrer neuen Amtszeit – unter anderem fusionieren fünf Gemeinden zu einer.

Dieser Tage flattern sie bei den evangelischen Kirchenmitgliedern in Baden-Württemberg in die Briefkästen: Wahlunterlagen. Die Kirchengemeinderäte (KGR) werden nach sechs Jahren am Sonntag, 30. November, erneut gewählt.

 

Gleichzeitig wird aus den bisherigen Kirchengemeinden Altensteig, Altensteigdorf-Überberg, Berneck und Grömbach-Wörnersberg wird die gemeinsame evangelische Kirche Altensteig. Das bedeutet auch: Der neue KGR wird in seiner Amtszeit mit der Umgestaltung viel zu tun haben.

Gemeinderat entscheidet über Personal, Bau und Finanzen

Ähnlich einem städtischen Gemeinderat entscheiden die Kirchengemeinderäte über Personal, Bauprojekte und Finanzen für ihre Kirchengemeinde. In Altensteig gehört noch ein recht großer Diakoniestation zum Verantwortungsbereich. Und auch ganz praktische organisatorische Fragen kommen auf sie zu: Wann soll wo Gottesdienst stattfinden – grade, wenn so viele Ortschaften in einer Gemeinde vereint sind? Wann und wo der Konfirmandenunterricht? Welche Veranstaltungen soll es geben?

Wer predigt in Altensteig von der Kanzel aus? Auch das darf der Gemeinderat mitentscheiden. Foto: Jansen

In Altensteig haben sich elf Personen aufstellen lassen. Hans Armbruster, Ralf Armbruster, Andreas Härle, Ulrich Huß, Johannes Fünfgeld, Gabi Kirn, Andreas Roller, Georg Titel sind bereits im Kirchengemeinderat vertreten. Zum ersten Mal treten Bettina Dörscheln, Markus Ruoff und Andreas Ziegler an.

Was treibt die Kandidaten an? „Ich kandidiere, weil ich als Christ meinen Teil zum Gelingen eines aktiven Gemeindelebens in unserer Kirchengemeinde beitragen kann. Dabei will ich mich mit meinen Fähigkeiten und Begabungen einbringen und bin gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Kandidat Johannes Fünfgeld, bislang Vorsitzender des KGR.

Und weiter: „Das Zusammenwachsen und die Weiterentwicklung unserer ab dem 1. Advent fusionierten Kirchengemeinde ist mir ein zentrales Anliegen. Dabei ist es mir wichtig, Bewährtes zu erhalten aber gleichzeitig neue Wege zu gehen und hier meine Ideen einzubringen.“

Gremium wird schlanker als zuvor

In den bisherigen Teilorten wird es mit der Zusammenlegung keine eigenen KGR mehr geben. Der KGR wird damit auch schlanker: Bisher gab es 25 Räte. Aber: Aus fast allen Teilorten hätten sich Kandidaten gefunden, berichtet Pfarrerin Doro Jung.

Und eine weitere große Aufgabe wartet in der kommenden Amtszeit: Ein neuer Pfarrer ist zu wählen. Wenn es einen Bewerber gibt, soll der KGR seinen Segen dazu geben. Die Pfarrstelle in Altensteigdorf wird außerdem von 100 auf 50 Prozent gekürzt – das bedeutet, dass das Pfarramt neu gestaltet werden muss.

Die Wahl zum Altensteiger Kirchengemeinderat wird jedoch eher eine symbolische: Denn ursprünglich waren 14 Sitze vorgesehen, aber es gibt nur elf Bewerber. Das heißt: Alle kommen rein. „Trotzdem ist es gut und wichtig, dass jedes Gemeindeglied von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, um den Kandidaten mit seiner Stimme zu signalisieren, dass man sie für diese grundlegende Aufgabe haben möchte“, ermutigt Pfarrerin Doro Jung zur Wahl.

Die offizielle Einsetzung der Räte ist dann im Gottesdienst am Sonntag, 18. Januar.