Für Klaus Mack hat sich der Wahlkampf ausgezahlt: Er hat wieder für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Calw gewonnen. Foto: Wolfgang Krokauer

Die AfD verdoppelt im Landkreis Calw ihre Ergebnisse im Vergleich zu 2021. Die FDP dagegen ist der Wahlverlierer, auch die SPD muss Verluste verkraften.

Der Wahlkreis 280 Calw, der die Landkreise Calw und Freudenstadt umfasst, bleibt weiterhin mit zwei Abgeordneten in Berlin vertreten. Der eine freut sich übers Ergebnis, die andere hat eher wenig Grund zur Freude: Klaus Mack (CDU) und Saskia Esken (SPD). Ansonsten bleibt festzuhalten: Die AfD hat ihre Ergebnisse von 2021 fast verdoppelt.

 

Kandidaten im Überblick „Ich freu mich natürlich über das starke Ergebnis“, sagt Klaus Mack. Er hat im Wahlkreis erneut das Direktmandat gewonnen. Dass es reicht, war angesichts der Wahlrechtsreform aber trotzdem nicht gleich klar. Im Landkreis Calw kommt er auf 38,5 Prozent der Erststimmen, wahlkreisweit sind es 39 Prozent. Damit legte der frühere Bad Wildbader Bürgermeister im Vergleich zu 2021 noch einmal zu: Damals erhielt er 35,2 Prozent. Am stärksten war er in Enzklösterle mit 52,5 Prozent. Während der Kandidat zog, bremste die Partei: Bei den Zweitstimmen kam die Union im Kreis Calw auf 33,3 Prozent (Wahlkreis: 33,8). 2021 lag sie im Landkreis bei 34, Prozent.

Saskia Esken (SDP) dagegen muss deutliche Verluste verkraften. 2021 lag sie im Kreis bei 16,8 Prozent, ihre Partei bei 18,7. Jetzt sind es 12,6 Prozent der Erststimmen und 12,2 für die SPD. Ein Statement Eskens zu ihrem Abschneiden war bis Montagnachmittag nicht zu bekommen.

Die AfD dagegen mit Kandidat Raimond Lamparter ist im Landkreis Calw an allen Parteien außer der CDU vorbeigezogen. Sie verdoppelt ihre Erststimmen-Ergebnisse im Landkreis praktisch auf 23,7 Prozent für den Kandidaten (2021: 12,4) und 25,5 Prozent für die Partei (12,9).

Der größte Verlierer ist dagegen die FDP: Kandidat Felix Stöffler erzielt lediglich 4,1 Prozent der Erststimmen (2021: 12,9), für die Liberalen gibt es 5,8 Prozent Zustimmung (16,8).

Wahlbeteiligung Die Wahlbeteiligung ist im Landkreis Calw mit knapp 83 Prozent hoch. Spitzenreiter ist Ostelsheim mit 89,6, Schlusslicht mit 77,5 Prozent Bad Wildbad. Die meisten gültigen Stimmen gab es übrigens in Simmersfeld mit knapp 99,7 Prozent.

Blick auf die Zweitstimmen Die CDU erzielt in Enzklösterle ihr bestes Ergebnis im Landkreis Calw mit 38,9 Prozent. Am schwächsten ist das Resultat mit 28,3 in Unterreichenbach.

Die AfD knackt einmal die 30-Prozent-Marke: mit 30,1 in Oberreichbach, ihr bestes Ergebnis im Kreis Calw. Ihr niedrigstes erzielt sie in Simmozheim mit 18,9 Prozent.

Von solchen Zustimmungswerten kann die SPD nur träumen. Sie erhält maximal 15,2 Prozent der Zweitstimmen, dies in Dobel. Besonders schlecht schneidet sie mit 6,7 Prozent in Egenhausen ab.

Mit 5,9 Prozent ist das Rohrdorfer Votum für die Grünen das schwächste. Am erfolgreichsten ist die Partei in Ostelsheim mit 13,9 Prozent. Dort holt Kandidatin Thuy Nga Trin auch ihr bestes Erststimmenergebnis mit 14,4 Prozent. AfD-Kandidat Raimond Lamparter indes ist in der Gemeinde besonders schlecht mit 16,7 Prozent. Das dürfte mit Bürgermeister Ryyan Alshebl zu tun haben: Der hat nicht nur syrische Wurzeln, sondern ist auch Mitglied der Grünen.

Die Liberalen holen in Simmozheim ihr bestes Ergebnis mit 7,5 Prozent, besonders wenige Unterstützung erhalten sie von den Wählern in Neubulach mit 4,8 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die Linken sind in Calw mit 6,3 Prozent topp, ihren schlechtesten Wert erzielen sie in Neuweiler mit 2,8 Prozent.

Der Außenseiter Martin Handel ist als Kandidat für die Freien Wähler angetreten (FW). Sie kommen nirgends über 2,6 Prozent der Zweitstimmen. Handel kann das schwache Abschneiden der Partei auch im Bund nachvollziehen, wie er bereits am Sonntagabend sagt. „Wir hatten nicht die Möglichkeit uns zu präsentieren“ – zum einen sei der Wahlkampf kurz, zum andern seien die Mittel der FW im Vergleich zu den großen Parteien knapp gewesen.

Mit seinen persönlichen Ergebnissen ist der 55-Jährige aber zufrieden. Sein bestes erzielt er mit 7 Prozent in Calw, wo er als Chefarzt im Krankenhaus tätig ist. Im Schnitt liegt Handel mit knapp 4,5 Prozent deutlich über dem Parteiergebnis mit 1,8 Prozent. „Ich denke, am Kandidaten hat es bei uns nicht gelegen.“ Sein eigentliches Ziel sei ohnehin die Landtagswahl. „Meine Ambitionen gehen nach Stuttgart.“ Da könne er gleichzeitig weiterhin als Arzt tätig sein.