Saskia Esken Foto: Thomas Fritsch

Trotz des historisch schlechten Ergebnisses will Saskia Esken als SPD-Co-Vorsitzende weitermachen. Das sollte aber Konsequenzen haben, findet unser Autor.

Nach schlechten bis desaströsen Wahlergebnissen übernehmen Politiker Verantwortung und ziehen sich aus der ersten Reihe oder gleich ganz aus der Politik zurück – wie etwa Robert Habeck oder Christian Lindner. Das ist gut so und kann ein Zeichen an die Bürger sein, dass sich die Parteien für einen Neuanfang aufstellen und so verloren gegangenes Vertrauen zurückholen möchten.

 

In der SPD meint man, dass es mit dem Rückzug von Noch-Bundeskanzler Olaf Scholz getan ist. Die Parteivorsitzenden kleben auf ihren Stühlen, Lars Klingbeil will sich sogar zum Fraktionschef befördern lassen und vielleicht Minister werden.

Und Saskia Esken? Die will das historisch schlechte Ergebnis aufarbeiten und womöglich gar in Sondierungsgespräche mit der Union über eine Regierungsbildung gehen. Ein personeller Umbruch soll her, aber bitte nicht an der Spitze – sieht so die Erneuerung der SPD aus?

Scherben zusammenkehren

Esken sollte nach dem Debakel zurücktreten und jemand anderes den Scherbenhaufen zusammenkehren lassen, den sie und die anderen SPD-Granden hinterlassen haben. Und vielleicht sollte sie sich dann als einfache Abgeordnete in Berlin für ihren Wahlkreis einsetzen. Dann kommt vielleicht auch wieder einmal eine Wahl, bei der die SPD vor Ort nicht noch schlechter ist als das ohnehin schon desaströse Bundesergebnis.