Der Langenhard ist einer von mehreren Windkraftstandorten in der Region. Foto: Baublies

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr beantworten im Wahlcheck unserer Redaktion Fragen, die die Menschen in der Region bewegen.

Am 23. Februar sind die Menschen aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP) und Amelie Quotadamo (Linke) aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Klima und Sicherheit.

Windräder, Photovoltaik, Geothermie – wie gelingt die Energiewende?

Yannick Bury (CDU): Mit ideologiefreier Politik und Offenheit für alle Arten der Energieerzeugung. Immer orientiert an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit einem Fokus auf Sicherheit. Eine der größten Herausforderungen ist der Netzausbau, der zu teuer ist, weil beim Ausbau der Energieanlagen zu wenig auf die vorhandene Netzstruktur geachtet wird.

Johannes Fechner (SPD): Weltweit werden erneuerbare Energien immer wichtiger. Tiefengeothermie hat Potenzial bei uns. Ein Zurück zur Atomkraft ist technisch kaum möglich und wäre extrem teuer. Alle Windräder abzureißen, wie die AfD es will, wäre das Ende der deutschen Stromversorgung. Gut, dass viele Solaranlagen auf Baggerseen, Äckern, Balkonen oder Dächern entstehen.

Michael Blos (AfD): Energiegewinnung darf nicht ideologisch verordnet werden, sondern muss sich am Markt orientieren. Angebot und Nachfrage entscheiden, welche Technologie sich durchsetzt. Windkraft und Photovoltaik sind wetterabhängig, Geothermie birgt erhebliche Risiken bei fragwürdigem Wirkungsgrad mit hohem Flächenverbrauch im Vergleich zur Kernkraft. 

Wollen in den Bundestag (von links oben nach rechts unten: Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP), Amelie Quotadamo (Linke). Foto: Parteien

Susanne Floss (Grüne): Wir haben bereits Planung und Bau von Windrädern und Photovoltaikanlagen erleichtert und den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt. Jetzt muss der Netzausbau voran gehen. Der Hochlauf der Wasserstofftechnologie und der vermehrte Bau von Speichern helfen in Zukunft, die Netze, die Preise und die Versorgung stabil zu halten.

Eileen Lerche (FDP): Wir sind offen für alle nachhaltigen Technologien zur Energiewende und wollen den Ausbau durch Bürokratieabbau und vereinfachte Genehmigungsverfahren beschleunigen. Zudem setzen wir uns für die Ausweitung des CO₂-Zertifikatehandels auf alle Sektoren ein.

Amelie Quotadamo (Linke): Die Linke will die Energiewende durch massive öffentliche Investitionen in Windkraft und Solarenergie vorantreiben. Kommunen müssen stärker gefördert und Konzerne in die Pflicht genommen werden. Wir fordern eine soziale und ökologische Wende mit bezahlbaren Preisen und demokratischer Kontrolle der Energieversorgung.