Hohe Mieten belasten die Menschen und vor allem deren Geldbeutel – auch und gerade in Lahr. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr beantworten im Wahlcheck unserer Redaktion Fragen, die die Menschen in der Region bewegen.

Am 23. Februar sind die Menschen aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP) und Amelie Quotadamo (Linke) aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.

Wie wird Wohnen wieder bezahlbar?

Yannick Bury (CDU): Indem wir unnötige Standards und Regularien, die das Bauen und Sanieren verteuern, konsequent abbauen, das Planungs- und Genehmigungsrecht vereinfachen und bei der Wohnraumförderung das Förderchaos mit kurzfristigen Förderstopps der letzten Jahre beenden und zu einer verlässlichen Förderkulisse zurückkommen.

Johannes Fechner (SPD): Den Gemeinden sollten mehr Flächen für Wohnungsbau ausgewiesen werden. Die Milliarden für sozialen Wohnungsbau müssen weiter fließen. Die Baustandards müssen runter, um Bauen billiger zu machen. Es braucht die Mietpreisbremse, weil der Markt alleine nicht für günstige Mieten sorgen wird und in größeren Städten wie Lahr einen Mietspiegel.

Michael Blos (AfD): Wohnungsnot entsteht durch überzogene Vorschriften, zu hohe Baukosten und illegale Migration. Das zeigt, wo gehandelt werden muss: Bürokratieabbau, niedrigere Kosten, keine CO₂-Steuer für Selbstnutzer, keine Grunderwerbsteuer. Der Erwerb durch Nicht-EU-Ausländer wird verteuert. Mieter sollen leichter Eigentum erwerben können.

Wollen in den Bundestag (von links oben nach rechts unten: Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP), Amelie Quotadamo (Linke). Foto: Parteien

Susanne Floss (Grüne): Mit einer Fortsetzung der Mietpreisbremse. Derzeit umgehen manche Vermieter diese Preisbremse durch möblierte Vermietung. Das kann nicht so bleiben. Innerhalb des Gebäudebestands müssen wir leerstehende Flächen modernisieren und zur Verfügung stellen. Dabei sind auch innovative Konzepte gefragt, deren Umsetzung wir unterstützen müssen.

Eileen Lerche (FDP): Bauen und Vermieten muss wieder attraktiver werden. Wenn das Angebot größer ist, sinken auch die Preise wieder. Das schaffen wir zum Beispiel durch kürzere Bauzeiten, weniger Bürokratie und Förderungen von innovativen Bautechniken.

Amelie Quotadamo (Linke): Die Mieten sind in vielen Städten explodiert. Wohnungen werden immer häufiger Spekulationsobjekt und sind für viele Menschen kaum bezahlbar. Wir brauchen einen Richtungswechsel: Einen bundesweiten Mietendeckel und sozialen Wohnungsbau, der dauerhaft bezahlbar bleibt. Wohnungen sind das Zuhause von Menschen, keine Geldanlage.