Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr beantworten im Wahlcheck unserer Redaktion Fragen, die die Menschen in der Region bewegen.
Am 23. Februar sind die Menschen aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP) und Amelie Quotadamo (Linke) aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.
Wie verhindern Sie, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht?
Yannick Bury (CDU): Bildungs- und Berufschancen hängen nach wie vor viel zu stark von der Herkunft ab. Mit mehr Chancengerechtigkeit durch gute Bildung und Betreuung, mehr Netto vom Brutto und dem Fokus, dass Familien wieder Eigentum bilden können, müssen wir gesellschaftlichen Aufstieg leichter machen. Grundlage sind gute Jobs und Wirtschaftskraft vor Ort.
Johannes Fechner (SPD): Indem wir den Spitzensteuersatz und den Grundfreibetrag erhöhen, damit die oberen fünf Prozent mehr belastet und alle anderen entlastet werden. Wir wollen den Solidaritätszuschlag für die Spitzenverdiener beibehalten und in Bildung investieren, um Aufstiegschancen für alle zu schaffen und keine Rentenkürzungen, weil das vor allem Rentnerinnen trifft.
Michael Blos (AfD): Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, indem wir die Steuerlast für kleine und mittlere Einkommen senken und bürokratische Hürden abbauen, um Selbstständigkeit zu fördern. Zudem ist die illegale Einwanderung in die Sozialsysteme ein Problem. Durch gezielte Reformen schaffen wir Anreize zur Eigenverantwortung und verringern die Kluft.
Susanne Floss (Grüne): Ein faireres Steuersystem hilft, Einkünfte und Vermögen gerechter zu verteilen. Dazu bauen wir Steuerprivilegien für Vermögende ab. Eine globale Milliardärssteuer stellt sicher, dass alle ihren Beitrag zur Lösung globaler Probleme leisten. Steuerkriminalität schieben wir einen Riegel vor. Klimaschädliche Subventionen bauen wir ab.
Eileen Lerche (FDP): Wir wollen den Menschen aus sozial schwächeren Schichten mehr Aufstiegschancen eröffnen. Durch geringere Steuer- und Abgabenlasten für die breite Mitte und verstärkte Investitionen in Bildung schaffen wir die Grundlage für ein besseres Leben für alle.
Amelie Quotadamo (Linke): Wir wollen die Steuern für die Mehrheit senken. Wer weniger als 6500 Euro brutto verdient, hat mit unserem Steuerkonzept mehr in der Tasche. Die Linke fordert eine gerechte Verteilung des Reichtums: höhere Steuern für Superreiche, einen Mindestlohn von 15 Euro, sanktionsfreie Mindestsicherung, kostenlose Bildung und bezahlbaren Wohnraum.