Auf diesem Grundstück in der Lahrer Vogesenstraße könnte die Erstaufnahmeeinrichtung gebaut werden. Foto: Wendling

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr beantworten im Wahlcheck unserer Redaktion Fragen, die die Menschen in der Region bewegen.

Am 23. Februar sind die Menschen aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP) und Amelie Quotadamo (Linke) aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.

Wie stehen Sie zur möglichen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Lahr?

Yannick Bury (CDU): Lahr hat eine größere Integrationsleistung erbracht als die meisten anderen Städte und tut das bis heute. Das muss bei der Entscheidung über eine LEA berücksichtigt werden. Der Schlüssel für das Problem liegt aber in Berlin und bei der Untätigkeit der Ampel. Die illegale Migration muss beendet werden, dann brauchen wir vor Ort auch weniger Kapazitäten.

Johannes Fechner (SPD): Flüchtlinge sollten dezentral in kleineren Einrichtungen untergebracht werden anstatt in großen Gruppen. Weil die Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken (40 000 Zurückweisungen 2024, 70 Prozent mehr Abschiebungen seit 2021, 100 000 weniger Asylanträge 2024 als 2023) bezweifle ich die Notwendigkeit einer Erstaufnahmeeinrichtung.

Michael Blos (AfD): Lahr ist ohnehin schon überdurchschnittlich stark durch die Migrationspolitik der Bundesregierung belastet. Eine solche Einrichtung würde das Fass zum Überlaufen bringen. Sollte das Land es weiterhin in Betracht ziehen, in Lahr eine LEA zu schaffen, werde ich mich an die Spitze des Protests stellen.

Wollen in den Bundestag (von links oben nach rechts unten: Yannick Bury (CDU), Johannes Fechner (SPD), Michael Blos (AfD), Susanne Floss (Grüne), Eileen Lerche (FDP), Amelie Quotadamo (Linke). Foto: Parteien

Susanne Floss (Grüne): Die Stadt Lahr leistet seit Jahren einen wertvollen und großen Beitrag bei der Integration von Zugewanderten. Sollte das Land bei der Standortprüfung Lahr auswählen, müssen schnell weitere Informationen und Entlastungen folgen. Die Kommunen müssen von Land und Bund insgesamt noch besser unterstützt und die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.

Eileen Lerche (FDP): Die FDP setzt auf eine lösungsorientierte und tragbare Migrationspolitik. Angesichts der bereits hohen Migrationsrate in Lahr stehe ich einer Erstaufnahmestelle eher skeptisch gegenüber. Gleichzeitig müssen wir bei einer Ablehnung alternative Lösungen anbieten, um den Schutzbedürftigen gerecht zu werden.

Amelie Quotadamo (Linke): Eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Lahr ist positiv, solange menschenwürdige Bedingungen gewährleistet sind. Wir setzen uns für eine solidarische Flüchtlingspolitik ein, die Schutzsuchenden Sicherheit bietet. Wichtig ist, dass ausreichende soziale Infrastruktur vorhanden ist, um Integration und Unterstützung für alle zu ermöglichen.