Im kommenden Jahr wird gewählt. Martina Braun (Bündnis 90/Die Grünen) will im Wahlkreis 54 VS ihr Direktmandat verteidigen.Und wie sieht es bei den anderen Parteien aus?
Für die direkt gewählte Abgeordnete Martina Braun ist die Sache klar: Sie will ihr Mandat verteidigen, gibt sie als ihr Ziel aus. Das wollen ihr andere Kandidaten streitig machen. Was die Listenplätze angeht, gibt es sehr unterschiedliche Positionen der einzelnen Bewerber – hier im Überblick dargestellt für die aktuell im Landtag vertretenen Parteien.
Martina Braun (Bündnis 90/Die Grünen) Beim Grünen-Landesparteitag wurde Martina Braun auf Listenplatz 25 gewählt. Sie selbst sagt dazu: „Listenplatz 25 ist der bestmögliche Platz, den ich erhalten konnte. Vor mir sind zwölf Frauen auf der Landesliste, die entweder Landtagspräsidentin, Ministerin, Staatssekretärin oder Fraktionsvorständinnen sind. Ich bin damit sehr zufrieden, werde aber natürlich das Direktmandat verteidigen.“
Braun, 65 Jahre alt, verheiratet, drei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder, hat seit 2016 das Landtags-Direktmandat im Wahlkreis 54 und wurde 2021 mit 34,6 Prozent der abgegebenen Stimmen direkt wiedergewählt. In der Landtagsfraktion ist sie Sprecherin für Tierschutz und für Shared Mobility.
Und was sind ihre Themen im Wahlkreis, in dem sie auch im Kreistag ein Mandat hat? „Alles, was den ländlichen Raum betrifft“, sagt sie selbst: „Daseinsvorsorge in allen Bereichen: Gesundheit, Bildung, Verkehr et cetera. Aufgrund meiner Herkunft bearbeite ich landwirtschaftliche Themen und bin damit auch in ganz Baden-Württemberg unterwegs“.
Ihr Ersatzkandidat ist Thomas Bleile aus Villingen-Schwenningen.
Andreas Braun (CDU) Für die CDU geht der Unterkirnacher Bürgermeister Andreas Braun ins Rennen, der seiner Namensvetterin das Direktmandat streitig machen möchte.
Er kandidiert auf der Landesliste der Union auf Platz 51. Der in Calw geborene gelernte Industriemechaniker, der seinen Meistertitel im Bereich Feinwerkmechanik erwarb, war zwölf Jahre in der verarbeitenden Industrie tätig. Berufsbegleitend schloss er 2012 das Kontaktstudium „Verwaltung“ an der Kehler Akademie ab. 2013 wurde er als Bürgermeister der Gemeinde Unterkirnach gewählt, 2021 erfolgte die Wiederwahl. Er ist auch Mitglied des Kreistags, verheiratet und Vater dreier Kinder.
In seiner Nominierungsrede sagte er unter anderem, dass er sich für eine Stärkung der Wirtschaft und Landwirtschaft, für Bürokratieabbau im Hinblick auf Baugebiete, für bezahlbaren Wohnraum und die ärztliche Versorgung, für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik und gegen „illegale Migration“ einsetzen möchte, während „die Zuwanderung dringend benötigter Fachkräfte entbürokratisiert werden muss.“ Seine Ersatzkandidatin ist Stephanie Martin aus VS-Obereschach.
Nicola Schurr (SPD) Seitens der Sozialdemokraten wurde Nicola Schurr aus Villingen-Schwenningen für den Wahlkreis VS nominiert.
Der 40-jährige Erzieher ist Fraktionsvorsitzender im VS-Gemeinderat und im Kreistag für die SPD-Fraktionen und bringt als langjähriger Kommunalpolitiker politische Erfahrung und gesellschaftliches Engagement mit. „Ich möchte für unsere Region eine starke sozialdemokratische Stimme im Landtag sein“, sagte er selbst bei seiner Nominierung.
Dabei gehe es ihm „nicht um Schlagzeilen, sondern um greifbare Lösungen für die Menschen vor Ort – für unsere Familien, unsere Wirtschaft und unsere Umwelt.“ Seine Themenschwerpunkte sind Chancengleichheit und Bildung, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, Nachhaltigkeit und „Klimaschutz mit sozialem Kompass“ sowie bezahlbarer Wohnraum. Schurr steht auf der SPD-Landesliste auf Platz 29. Damit sieht man im Kreisverband eine „solide Ausgangsbasis für einen engagierten Wahlkampf mit einem starken Team.“ Als Zweitkandidatin wurde Katharina Beck nominiert.
Frank Bonath (FDP) Für die FDP tritt im Wahlkreis Villingen-Schwenningen erneut Frank Bonathaus Villingen-Schwenningen an. Der 53-jährige Landtagsabgeordnete steht auf Listenplatz 31. Dirk Hetzer, Kreisgeschäftsführer der FDP, antwortet auf Nachfrage, ob der Kreisverband mit dieser Platzierung zufrieden ist: „Wir hätten uns einen besseren Listenplatz gewünscht, akzeptieren aber natürlich die demokratische Entscheidung der Delegierten der Landesvertreterversammlung“.
Zufrieden sei der Kreisverband derweil mit der Platzierung von Nikolai Reith aus Donaueschingen auf Listenplatz neun. Er tritt im Wahlkreis 55 Tuttlingen-Donaueschingen als Landtagskandidat an.
Themenschwerpunkte im jeweiligen Wahlkreis sind für beide Abgeordnete eigenen Angaben zufolge Themen, bei denen bei den Bürgerinnen und Bürgern „der Kittel brennt“: Ausbau der Infrastruktur, Stärkung des Wirtschaftsstandortes, stabile kommunale Haushalte und die Ausgestaltung einer bezahlbaren Energiewende.
Frank Bonath ist zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsberater, und als selbstständiger Unternehmer hat er langjährige Erfahrung im Aufbau von Unternehmen. Bonath ist Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen und Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie Erster Vorsitzender des Vereins Bernhardshütte. Seine Ersatzkandidatin ist Andrea Kanold.
Martin Rothweiler (AfD) Die AfD stellt Martin Rothweiler aus Villingen-Schwenningen für den Wahlkreis VS auf. Er steht auf der Landesliste auf Platz zwei.
Rothweiler ist Betriebswirt und agiert seit Jahren als Mitglied im Gemeinderat und Kreistag. Zweitkandidat ist Sebastian van Ryt, ebenfalls aus Villingen-Schwenningen.
Martin Rothweiler meint: „Unter Berücksichtigung der aktuellen Umfragen und der denkbaren Szenarien mit dem neuen Landtagswahlrecht haben wir landesweit die realistische Chance auf 30 bis 40 Abgeordnete in der neuen Fraktion. Wir werden also beide mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in den Landtag einziehen“.
Der Kreisverband sei mit dieser Platzierung sehr zufrieden. Sie sei „das Ergebnis von zwölf Jahren konstruktiver Arbeit, nicht nur in der Partei, sondern auch hier im Kreis, bei kommunaler Aufbauarbeit im Gemeinderat und Kreistag, sowie über sechs Jahren Mitarbeit und Expertise im Deutschen Bundestag, als Persönlicher Referent eines Bundestagsabgeordneten.“
Bei der letzten Landtagswahl habe er den Einzug in den Landtag nur hauchdünn verpasst, Sebastian van Ryt sei bei der Kommunalwahl Stimmenkönig unter den Neulingen gewesen, und bei der Bundestagswahl sei man in VS gerade einmal 3,5 Prozentpunkte hinter der CDU gelegen. Die Delegierten im Landesverband hätten „diese Konstanz“ nun honoriert.
Die Wahl
Termin
In Baden-Württemberg wird am 8. März 2026 der neue Landtag gewählt. Das hat die Landesregierung so festgelegt. Die Wahlperiode des 2021 gewählten 17. Landtags von Baden-Württemberg endet regulär am 30. April 2026. Der Wahlkreis
Der Wahlkreis 54 Villingen-Schwenningen umfasst alle Kommune des Schwarzwald-Baar-Kreises außer Hüfingen, Donaueschingen und Blumberg. Diese gehören dem Wahlkreis 55 Tuttlingen-Donaueschingen an. Eckdaten
Der neue Landtag wird sich aus mindestens 120 Abgeordneten zusammensetzen. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Gewählt wird in 70 Wahlkreisen. Neu: zwei Stimmen
Durch das reformierte Landtagswahlrecht haben Wählerinnen und Wähler im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage zwei Stimmen: eine für einen Direktkandidaten im Wahlkreis über den sogenannten Kreiswahlvorschlag und eine für die Landesliste einer Partei. Mit 16
Zudem dürfen erstmals auch 16-Jährige an einer Landtagswahl teilnehmen.