Der ukrainische Präsident spricht per Videoschalte zur Münchner Sicherheitskonferenz. Foto: dpa/Felix Hörhager

Der ukrainische Präsident wählt auf der Münchner Sicherheitskonferenz einen biblischen Vergleich. Europa ist in Sachen Kampfpanzer jetzt in der Pflicht, kommentiert Tobias Peter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist brillant darin, für das Anliegen seines Landes und der Bevölkerung im Westen zu werben. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat er die Ukraine mit dem biblischen David verglichen, der sich gegen Goliath wehren muss. Dazu, so Selenskyj, brauche David eine bessere Steinschleuder. Selenskyj macht damit zwei Dinge deutlich. Erstens: Russland kann besiegt werden. Zweitens: Die Ukraine benötigt dazu weitere Waffenlieferungen.

 

Welche Schlüsse sollten Europa und die USA ziehen? Die Ukraine wünscht sich die Lieferung von Kampfjets. Doch es sind größte Zweifel daran erlaubt, dass dies militärisch jetzt der richtige Schritt wäre. Die rote Linie dessen, was an Waffen an die Ukraine geliefert wird, hat sich zwar mehrfach erheblich verschoben. Momentan spricht aber alles dafür, dass etwas anderes dringlich ist. Die Europäer müssen Wort halten und die versprochenen Kampfpanzer so schnell wie möglich schicken. Diesmal steht nicht Deutschland auf der Bremse. Bundeskanzler Scholz wirbt zurecht bei Partnern dafür, dass sie Wort halten. David benötigt jetzt die Waffe, die ihm versprochen wurde.