Um den Kommunalen Wärmeplan geht es derzeitig. Foto: Gerd - stock.adobe.com

Bad Dürrheim führt zusammen mit Donaueschingen und Bräunlingen die Kommunale Wärmeplanung durch – mit dem Vorgehen sicherte man sich 90 Prozent Kostenzuschuss. Ob nun ein Fernwärmenetz kommt, steht nochmals auf einem anderen Blatt.

Klimaneutralität steht ganz oben als Ziel für diesen Kommunalen Wärmeplan, dessen Prüfung vom Büro Greenventory durchgeführt wurde. Bei der Vorstellung stieß er auf reges Interesse der Bevölkerung. Unterm Strich wurden zwei Bereiche in der Kernstadt eingegrenzt, wo eine Fernwärme wirtschaftlich sinnvoll wäre.

 

Eckdaten David Fischer und Lars Feldner stellten den Wärmeplan vor. Zugrunde lagen die Daten der Kommune bezüglich Flächennutzungspläne, Neubaugebiete und weiterem, die der Schornsteinfeger in Sachen Heizsysteme, Brennstoffe und Heizungsalter checkt. Notwendig waren auch Netzwerkdaten, dabei ging es um vorhandene Heizzentralen und Blockheizkraftwerke (BHKW) und schlussendlich noch vom Gewerbe Energieverbräuche und Erzeugungsdaten sowie Abwärmedaten. Aus diesem zusammen wurde dann von Greenventory ein Wärmekataster erstellt, Energiepotenziale eingeschätzt und einiges mehr.

Verbrauchsdaten Weiterhin flossen Verbrauchsdaten von Gas und Heizstrom ein und wichtig waren auch Energieverbrauchsdaten von Heizzentralen sowie mitversorgte Gebäude und Bereiche.

Verbrauchsanalyse Aus diesen Daten ergab sich folgendes Bild: 77 Prozent der Energie wird in Bad Dürrheim über fossile Brennstoffe gedeckt. Davon sind gerundet: 54 Prozent Erdgas, 22 Heizöl, 22 Biomasse und ein kleiner Rest. Bei den Heizsystemen wurden 2699 so genannte Kehrbücher ausgewertet, was folgendes Bild ergab: 45 Prozent der Heizsysteme sind mindestens 20 Jahre alt, 16 Prozent älter als 30 Jahre, der Rest unter 20 Jahre. Nach Hochrechnungen werden in Bad Dürrheim 39 750 Tonnen CO2 pro Jahr ausgestoßen, rund 70 Prozent fallen auf den Wohnsektor, was somit der höchste Emmissionsbeitrag bedeutet.

Wirtschaftlichkeit Ein Wärmenetz kann nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll und wirtschaftlich betrieben werden. Ein solches ist beispielsweise das Nahwärmenetz Brigachschiene in Donaueschingen. Deren Ursprung lag 1997 im Energiekonzept und in der Abwärme der Fürstenberg Brauerei. An ihr hängen mittlerweile einige Verbraucher im Residenzviertel.

Gebiet Nord Für Bad Dürrheim wurde nun ebenfalls die Wirtschaftlichkeit berechnet. Man kam dabei auf zwei Gebiete. Die grobe Eingrenzung ist bei dem Gebiet Nord vom Verkehrskreisel am Adlerplatz westlich die Friedensstraße hinauf um das gesamte Wohngebiet Wasserstein herum nach Westen in Richtung Kurstift und Obere Brühl und die Friedrichstraße wieder hinunter Richtung Alderplatz.

Gebiet Süd Der zweite Bereich, Süd, wird südwestlich vom Schabelweg begrenzt und zieht sich in Richtung Salinenstraße, Huberstraße bis zur Luisenstraße hinein in die Gartenstraße und wird im nördlichen Bereich etwas von der Viktoria- und Salzstraße bis hin zur Hänslehofklinik und im Osten vom Kapfwald begrenzt.

Weitere Gebäude Damit man einer eventuell möglichen Realisierung einen Schritt näher kommt, wären nun für die beiden Gebiete Machbarkeitsstudien notwendig. Zur Debatte stehen darüber hinaus Maßnahmen. Da wäre die Hüttenbühlklinik, die bekanntlich in absehbarer Zeit erweitern will, diese soll auch energetisch saniert werden, eine Variante wäre eine zentrale Versorgung. Weitere Punkte sind die energetische Sanierung der öffentlichen Gebäude in Öfingen und Oberbaldingen, wie auch der Realschule und dort würde es dann auch um die Installation einer Wärmepumpe gehen wie auch Solarthermie – und auch hier stehen bekanntlich Erweiterungen an.

Vorgehen Würde denn ein Gebiet Nord und Süd je realisiert, bedeutet dies noch keinen Anschlusszwang, vergleichbar ist dies mit dem Ausbau des Breitbandkabels. David Fischer von Greenvetory betonte: Es müsse jedoch wirtschaftlich zu betreiben sein.

Zudem würden, wenn man die einzelne Stufen einhalte, die verschiedenen Untersuchungen, wie die Machbarkeitsstudie staatlich gefördert.

Zusätzliche Gebäude Wolfgang Kaiser wies auch auf die großen Bauprojekte wie Hotel Solegarten hin, hier könnte man mit den Investoren frühzeitig Kontakt aufnehmen. Hochemmingens Ortsvorsteher Helmut Bertsche brachte noch den Bereich Kindergarten, Rathaus, Gemeindehalle ins Spiel, ob hier nicht nochmals geprüft werden könne.