Eine Wärmenetzplanung soll für die Bergstadt auf die Beine gestellt werden. Dafür kooperiert St. Georgen mit Deißlingen und Niedereschach. Foto: Helen Moser

Ein Wärmenetz für die Bergstadt – eigentlich könnte St. Georgen das auch allein stemmen. Dennoch wird im Konvoi mit Deißlingen und Niedereschach, die alleine keine Wärmeplanung realisieren könnten, geplant. Davon soll auch St. Georgen profitieren.

Wie ist der Energieverbrauch verschiedener Quartiere in St. Georgen aktuell? Wo gibt es Potenziale für Wärmenetze? Wie und wo lassen sich solche Netze am besten umsetzen? All diese Fragen sollen nun geklärt werden – und zwar in Form einer Wärmenetzplanung für St. Georgen, welche Stadtverwaltung und Gemeinderat derzeit gemeinsam anstoßen.

 

Es ist ein Prozess, der die Bergstadt wohl noch mehrere Jahre beschäftigen wird, wie Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, nun in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause sagte. Der Zeitrahmen sei schwer abzuschätzen; die Büros, die kommunale Wärmeplanungen erstellen, allesamt „sehr ausgelastet“. Im frühen Herbst soll die Planung für St. Georgen auf den Weg gebracht werden, erklärte Tröndle. Doch wegen der Auftragslage bei den Planungsbüros ist es denkbar, dass die Bearbeitung dort nicht vor dem kommenden Jahr startet.

Bis das erste Wärmenetz an den Start geht, können sieben Jahre vergehen

„Bis man fertig ist, vergehen zwei bis drei Jahre“, meinte Tröndle bezüglich der Planung. Erst dann folgt die Umsetzung: Vom Startschuss in Sachen Wärmeplanung bis zur ersten Inbetriebnahme eines Wärmenetzes können laut Stadtbaumeister Tröndle, der sich auf Angaben von NetzeBW berief, sieben Jahre vergehen.

„Es muss uns klar sein: Wir starten da in ein großes und langfristiges Projekt“, betonte Tröndle. Umso wichtiger ist es, fand der Stadtbaumeister, dass man sich schnellstmöglich auf den Weg macht. Und so stand im Gemeinderat kurz vor der Sommerpause noch ein einigermaßen wegweisender Beschluss auf der Tagesordnung – nämlich die Entscheidung über die Frage, ob St. Georgen das Thema Wärmenetzplanung alleine angehen oder ob sich die Stadt mit den beiden Gemeinden Deißlingen und Niedereschach zusammenschließen soll.

„Wir können alleine durchmarschieren – die können es nicht“, machte Tröndle in der Sitzung deutlich. Soll heißen: Als Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern wäre St. Georgen auch ohne die beiden kleineren Kommunen in der Lage, eine Wärmeplanung erstellen zu lassen und dafür entsprechende Fördermittel abzurufen. Deißlingen und Niedereschach sind hingegen darauf angewiesen, dass ein größerer Partner mit ihnen kooperiert.

Die Hoffnung: höhere Förderung und niedrigere Kosten

Auf Anraten der Stadtverwaltung sprach sich der Gemeinderat nun einstimmig dafür aus, die Zusammenarbeit einzugehen – nicht nur, um die kleineren Gemeinden in puncto Wärmeplanung mehr oder minder mitzuziehen. Die Kooperation soll vor allem auch Vorteile für St. Georgen bringen. So winken für die Wärmeplanung im Konvoi höhere Zuschüsse: 80 Prozent der förderfähigen Kosten sind bei einer Kooperation mehrerer Kommunen drin – würde St. Georgen allein an den Start gehen, wäre die Summe bei 60 000 Euro gedeckelt.

Gleichzeitig liege das Planungshonorar für einen Konvoi „nur marginal“ höher als für eine einzelne Kommune, erklärte Tröndle – mit dem Unterschied, dass die Gemeinden die Summe untereinander aufteilen können. Mit welchem Schlüssel die Aufteilung erfolgt, muss noch geregelt werden. Für die Bergstadt soll unterm Strich jedenfalls eine deutliche Kostenersparnis stehen.