Martin Boehme ist der erste Klimaschutzmanager in Balingen. Foto: Thiercy

Martin Boehme tritt am 1. Mai seine Stelle als erster Klimaschutzmanager in Balingen an. Eigentlich kommt er aus der wissenschaftlichen Forschung. Aber ein Berufsleben im „Elfenbeinturm“ konnte sich der 33-Jährige nicht vorstellen.

Aufgewachsen ist Martin Boehme in Leutkirch. Studiert hat er in Tübingen. Jetzt wohnt er in Winterlingen. Sein Arbeitsplatz ist ab 1. Mai bei den Stadtwerken. Der Klimaschutzmanager kennt Balingen vom Bang Your Head. „Das ist absolut zu empfehlen!“

Man kann Martin Boehme in diesen Tagen doppelt gratulieren. Zum einen ist da der neue Job, zum anderen wurde vergangenen Samstag seine zweite Tochter Sahra-Ela geboren. Mit der dreijährigen Schwester Serra-Ida wird sie die Eltern in Winterlingen auf Trab halten.

Aktuell promoviert Martin Boehme in Chemie

Der frisch gebackene Vater Martin Boehme hat nach dem Abi ein freiwilliges Jahr auf dem „Sonnenhof“ bei Göppingen gemacht. Der gehört zu einer Kosmetikfirma, die in den Cremes verwendeten Kräuter hat der Klimaschutzmanager gejätet.

Dass er Chemie studieren würde, war ihm seit Kindertagen klar. Doch erst das FSJ brachte ihn zu seinem Fachgebiet, in dem er aktuell noch promoviert. Es geht um die Molekularbiologie der Pflanzen. Konkret hat er zu Bakterien in Tomaten geforscht.

Ein spannendes Feld, wie er sagt. Pflanzen würden über Rezeptoren an der Zelloberfläche die Umwelt wahrnehmen. Beißt man in eine Tomate, dann habe diese tatsächlich so etwas wie Stress.

Boehme brennt für den Klimaschutz

Ob seine neue Aufgabe stressig wird? Boehme wirkt beim Gespräch in unserer Redaktion entspannt. Schließlich werde er ein Team an seiner Seite haben.

Martin Boehme brennt für den Klimaschutz und genau deswegen hat er sich umgeschaut, welche brennenden Themen es gibt und wo er seine berufliche Zukunft sieht. Über die Ausschreibung der Stadtwerke ist er quasi gestolpert. „Das ist es!“

Als eines der ersten Projekte wird für den Klimaschutzmanager ein Wärmeplan für Balingen auf der Agenda stehen. „Wo kommt die Energie her, was geschieht mit der Abwärme, wie können wir alles clever vernetzen?“

Dezernat ist bei den Stadtwerken angesiedelt

In den kommenden Wochen will Boehme mit Frau und Kindern seinen neuen Wirkungsort erkunden. „Eigentlich kenne ich bisher nur den Bahnhof, weil ich dort immer umsteigen musste“, sagt er lachend. Gut also, dass demnächst die Gartenschau öffnet, da will er unbedingt hin.

Ob er die Blütenpracht dann als Wissenschaftler betrachtet? Wieder lacht Boehme. Nein, auch er sehe erst mal eine Blume, wenn da eine ist. Denn, meint er, die Ästhetik und die Kunst seien wichtig für die Wissenschaft.

Boehme kann nicht nur Theorie. Was er praktisch in Balingen umsetzen will, wird in enger Abstimmung mit den Stadtwerken geschehen, wo sein Dezernat angesiedelt ist.

Mit dem Auto will er nicht unbedingt zur Arbeit gehen. Er überlegt sogar, von Winterlingen aus das Fahrrad zu nehmen. „Auf dem Hinweg gehts ja immer bergab.“ Bergauf gehen soll es mit der Balinger Klimabilanz. Und vielleicht kommt da die eine oder andere Idee auch durch eine Krabbe, die er im Aquarium hält.