2040 will die Stadt Oberndorf klimaneutral sein. Nun werden die Maßnahmen für ein Wärmenetz konkreter. Das könnte jetzt auf Oberndorf zukommen.
Bis 2040 klimaneutral – das ist das Ziel der Kommunen. Um das zu erreichen, ließ die Stadt Oberndorf eine kommunale Wärmeplanung erstellen. Daraus ergeben sich fünf Maßnahmen, die nach Beschluss in den nächsten fünf Jahren angegangen werden müssen.
Diese stellte die Badenova Netze in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses vor. Bereits im März zeigten die Experten das Energie- und Wärmepotenzial der Stadt Oberndorf anhand eines digitalen Zwillings auf. Dort wird dargestellt, wie hoch der Verbrauch ist, und mit welcher Heizungsart Wärme derzeit erzeugt wird.
Aus dieser Bestands- und Potenzialanalyse ergaben sich elf Quartiere im Einzugsgebiet, bei denen ein Wärmenetz als Versorgungsstruktur sinnvoll sein könnte. Dabei handelt es sich laut der Präsentation der Badenova um fünf Gebiete in der Talstadt. Bei zweien am Talplatz sei man bereits in der Umsetzung. Hinzu kämen ein Quartier in der Oberstadt, drei am Lindenhof, eines in Hochmössingen und eines in Bochingen.
Maßnahmen, die die Stadt angehen möchte
Die Kriterien für eine Ausweisung und Bewertung der Eignungsgebiete seien unter anderem die hohe Wärmedichte auf Straßenzugsebene, der Gesamtverbrauch, Wärme- und Abwärmepotenziale, dichte Siedlungsstrukturen, potenzielle Heizanlagestandorte und Ähnliches, erklärt Manuel Gehring von der Badenova.
Im Rahmen der Wärmewendestrategie wurden fünf Maßnahmen erarbeitet, die Oberndorf in den kommenden Jahren angehen möchte. Laut Klimagesetz Baden-Württemberg müsse die Stadt in den kommenden fünf Jahren mit der Umsetzung von mindestens fünf Zielen beginnen, so Gehring weiter.
Die Ziele
Diese Ziele lauten:
1. Eine Fernwärme-Machbarkeitsstudie nach der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) für die Fernwärme-Eignungsgebiete „Areal SRH-Krankenhaus“, „Oberstadt“, „Talstadt-Ost“ und „Talstadt-Süd-Ost“ erstellen.
2. Eine Machbarkeitsstudie nach BEW zur Entwicklung eines Wärmenetzes im Eignungsgebiet Lindenhof, unter Betrachtung lokaler gewerblicher Abwärmepotenziale erstellen.
3. Die klimaneutrale Wärmeversorgung der kommunalen Liegenschaften Hochmössingen in Kombination mit einer zentralen Wärmeversorgung für Privathaushalte und Gewerbebetriebe planen.
4. Informationsangebote zum Thema Heizungs- und Gebäudesanierung für Privathaushalte anbieten.
5. Sanierungspotenziale und -kosten für die städtischen Gebäude mit geförderten Konzepten ermitteln lassen.
Im Oktober geht es mit einem der Punkte los. Am Dienstag, 7. Oktober, soll ein Bürgerinformationsabend im Schwedenbau stattfinden, bei dem die Ergebnisse präsentiert werden. Dabei sollen auch Experten vor Ort sein, die Fragen beantworten können.
Konkretisierungen seien erst in fünf Jahren nötig
In der Zwischenzeit werde das Fachgutachten vom 1. bis 22. Oktober über die städtische Internetseite offengelegt. Voraussichtlich im November oder Dezember werde der Feststellungsbeschluss im Gemeinderat öffentlich verabschiedet, heißt es weiter. Die Konkretisierung der Wärmenetz-Planung und der Anpassungsmaßnahmen würden erst nach den kommenden fünf Jahren relevant werden, so die Badenova.