Wird das Schulzentrum Standort der Heizzentrale für das Wärmenetz in Dornstetten? Im Gemeinderat gibt es Skeptiker. Foto: Erb Foto: Schwarzwälder Bote

Energie: Standort Schulzentrum für Heizzentrale im Gemeinderat umstritten / Große Baustellen zu erwarten

Das Projekt Wärmenetz Dornstetten ist ein Dauerbrenner. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wird klar: Bis zur Realisierung ziehen noch mehr als zwei Jahre ins Land. Zudem droht Streit: Wo soll die Heizzentrale hin?

Das Projekt Wärmenetz Dornstetten ist ein Dauerbrenner. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wird klar: Bis zur Realisierung ziehen noch mehr als zwei Jahre ins Land. Zudem droht Streit: Wo soll die Heizzentrale hin?

Dornstetten. Es ist die letzte Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause, das Topthema heißt Wärmenetz Dornstetten. Die Vertreter der beauftragten Firmen Endura Kommunal und IBS Ingenieurgesellschaft ziehen eine Zwischenbilanz. Es gibt viele Fragen und eine rege Diskussion. Eines wird klar: Frühestens im Winter 2023 werden die ersten Häuser mit Energie aus dem Wärmenetz versorgt werden können.

Und in der Frage des Standorts der Heizzentrale deutet sich bereits ein Konflikt an. Skeptiker fragen: Ist der ins Auge gefasste Standort Schulzentrum wirklich ideal? Und noch etwas wird deutlich: Die Bewohner von Dornstetten müssen sich auf reichlich Baustellen gefasst machen.

Offiziell heißt es, noch sei die Standortfrage nicht entschieden, das betont auch Bürgermeister Bernhard Haas. "Generell geht es heute nur um ein Meinungsbild", sagt er. Doch zugleich macht er klar, dass er den Standort Schulzentrum eindeutig favorisiert. "Wir haben uns das angeschaut und sind zum Urteil gelangt, dass das der richtige Standort ist." Auch in der Sitzungsvorlage des Bürgermeisters heißt es: "Als Heizzentrale für das Netz ist der Standort Schulzentrum ideal."

Skeptiker aus den Reihen des Gemeinderats fragen bereits besorgt, wie die Belastung für die Anwohner ausfallen könnte ("Wie viele Laster fahren dann täglich zum Heizwerk?"). Auch der Vertreter der IBS Ingenieurgesellschaft stellt klar, dass er das Schulzentrum favorisiert, "allein von der Topographie her", wie er sagt.

Von alternativen Standorten für die Heizzentrale, wie sie in der Vergangenheit diskutiert wurden, ist an diesem Abend praktisch keine Rede mehr. Also: faktisch schon entschieden? Zugleich spricht der Vertreter des Ingenieurbüros an diesem Abend eine Art unmissverständliche Warnung aus, was auf die Bürger in den nächsten Jahren zukommen dürfte: nämlich Baustellen. "Es wird Straßensperrungen geben." Der Graben werde rund 1,10 Meter tief und 1,10 Meter breit sein. "Mir ist wichtig, dass das Ihnen bewusst ist." Sinnvoll wäre es, die Bauarbeiten für das Wärmenetz für andere anstehende Erdarbeit zu nutzen, etwa für die Verlegung von Wasserleitungen oder Breitbandkabel, heißt es.

Der vorläufige erste Abschnitt des Wärmenetzes – insgesamt könnte es drei Abschnitte geben – "wird vom Rathaus bis zur Heizzentrale (Schulzentrum) verlaufen", heißt es in der Vorlage der Stadt weiter. Gebäude entlang dieser Trasse können an das Netz angeschlossen werden sowie möglicherweise solche Gebäude, die in 100 Meter Nähe zur Hauptleitung stehen. Die geplante Trassenlänge solle rund 2700 Meter betragen, so das Ingenieurbüro.

Bei den weiteren Trassen handelt es sich offenbar noch um Zukunftsmusik. Aber der Weg bis zur Realisierung ist weit, das macht vor allem der Vertreter von Endura Kommunal klar. Neben der technischen Machbarkeit gehe es um den konkreten Trassenverlauf und die Zahl der Anschlüsse, hinzu komme die Frage der Wirtschaftlichkeit, die ebenfalls noch abschließend zu prüfen sei.

Bürgermeister Haas: im Herbst Farbe bekennen

Der Zeitplan, so die Berechnung des Experten, könnte etwa so aussehen: Wenn alles glatt verlaufe, könnten die entsprechenden Ergebnisse im September oder Oktober vorliegen. Dann sei der Gemeinderat am Zuge und müsse entscheiden: "Machen wir es jetzt: Ja oder Nein?" Erst wenn diese Frage positiv entschieden sei, "wird die konkrete Planung anlaufen".

Und weiter, so der Experte: "Allein dieser Prozess, bis man dann bauen kann, dauert ein Jahr." Frühestens im Spätsommer oder Herbst 2022 könne mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit wiederum dürfte etwa ein Jahr dauern. "Im Winter 2023 könnten dann die ersten Häuser mit Wärme aus dem neuen Netz versorgt werden."

Spätestens im Herbst also sollen die Würfel über das Projekt Wärmenetz im Gemeinderat von Dornstetten endgültig fallen. "Dann gilt es Farbe zu bekennen", sagt Bürgermeister Haas, sonst komme man niemals zu einem Ergebnis.

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