Egenhausen soll eine Heizzentrale bekommen. Der Standort ist gefunden. Foto: Thomas Fritsch

Die Suche der Egenhauser Wärme GmbH nach einem Standort für den Bau einer Heizzentrale  mit Lagergebäude  hat ein vorläufiges  Ende gefunden.

Mit einer Gegenstimme  erteilte  der Gemeinderat  in der jüngsten Sitzung die Genehmigung für ein Grundstück  in der Altensteiger Straße.  

 

„Wir werden wohl nie den Standort finden, der alle zufriedenstellt“, blickte Bürgermeister Sven Holder auf eine unendlich erscheinende Geschichte zurück. Entscheidend sei für ihn, dass bei der Beurteilung gesetzliche Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Einwände gegen das Bauvorhaben wurden auch in dieser Sitzung erhoben – zuerst von einer Zuhörerin in der Bürgerfragestunde und später von Gemeinderat Ingo Wassilowski.

Beteiligung der Kommune zum Anschluss öffentlicher Gebäude abgelehnt

Zunächst erinnerte der Rathauschef an die bisher unternommenen Schritte der 2023 von den Gesellschaftern Michael Schuler, Stefan Mast und Stefan Tittl gegründeten Firma mit dem Ziel, in Egenhausen ein Nahwärmenetz aufzubauen. Die Beteiligung der Kommune zum Anschluss öffentlicher Gebäude wurde vom Gemeinderat ebenso abgelehnt wie die vorgeschlagenen Standorte – zum Beispiel auf dem Gelände der früheren Möbelfabrik Wolf in der Ortsmitte, ein Außengrundstück in der Spielberger Straße, ein Platz unterhalb des Bauernhofs Rath und zuletzt im Gewerbegebiet „Hub“.

Die Bürgerfragestunde in Egenhausen war gut besucht. Foto: Köncke

Für die Fläche gegenüber dem Wanderparkplatz sah Holder nach dem Vorliegen erforderlicher Gutachten – schalltechnische Untersuchung, Überprüfung der Geruchsimmissionen, Arten- und Naturschutz – gute Chancen für eine Genehmigung, obwohl eine Zuhörerin der Sitzung Bedenken geäußert hatte. Angeführt wurden von ihr unter anderem gesundheitliche Probleme für den nahe gelegenen Waldkindergarten durch schädlichen Rauch aus dem Turm der mit Holzhackschnitzeln beheizten Anlage bei starkem Westwind.

Betreiber konnte im Industriegebiet kein Grundstück erwerben

Eröffnet wurde die Aussprache von Florian David mit der Frage, warum die Niederlassung im Industriegebiet nicht zum Tragen gekommen sei. Einer von mehreren Gründen war, „dass wir dort kein Grundstück erwerben konnten“, erhielt er von Betreiber Stefan Tittl zur Antwort. Für Frieder Großmann wäre das ein idealer Standort gewesen. In der Altensteiger Straße müsste man die An- und Abfahrt des Lieferverkehrs regeln.

Das Thema Verkehrsanbindung war auch für Engül Köhler ein wichtiger Punkt und weniger wegen gesundheitlicher Auswirkungen durch Immissionen für den Waldkindergarten. Ihr Fazit: „Das ist nicht mein Traumplatz, aber der beste von allen“.

Auswirkungen des überwiegend in westlicher Richtung wehenden Rauchs

Für den Standort gegenüber dem Wanderparkplatz wollte auch Sebastian Bühler eine Lanze brechen. Es sei Zeit, dass man bei dem Thema „ den Knopf dranmacht“. Für Ingo Wassilowski stellt sich die Frage, ob die Zufahrt zum Heizhaus über den bestehenden Waldweg genehmigungsfähig ist, die schlechte Einsehbarkeit in die Altensteiger Straße könnte zu Verkehrsunfällen führen, der erforderliche Waldabstand von 30 Metern werde in Richtung Sportplatz nicht eingehalten, es sei kein Löschwasserbehälter vorhanden und von den Auswirkungen des überwiegend in westlicher Richtung wehenden Rauchs aus dem Schornstein des Heizhauses könnten der Waldkindergarten, die Kicker auf dem Fußballsportplatz und der Dreiwasenhof betroffen sein.

Die Anlage kann 250 Privathaushalte beliefern

Als einziger Gemeinderat stimmte Wassilowski gegen das Einvernehmen der Gemeinde. Die geplante Heizzentrale wird mit naturbelassenen Holzhackschnitzeln befeuert, um angeschlossene Abnehmer mit Wärme zu versorgen. Die Anlage kann 250 Privathaushalte beliefern. In der Lagerhalle stehen betriebliche Maschinen, und es wird ein Zwischenlager für Holzhackschnitzel eingerichtet.

Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über die Landesstraße L 352. Der Zufahrtsweg für Fahrzeuge muss aus Sicherheitsgründen groß und breit sein.