Bei dem guten Wetter gibt es – außer für Briefwähler – keine Ausrede, nicht zur Wahlurne zu gehen, findet unser Autor.
„Gefühl der Heiterkeit und Gelöstheit angesichts des erwachenden Frühlings“ – erkennen Sie, liebe Leser, was der Duden mit diesen Worten definiert? Es sind natürlich die Frühlingsgefühle.
Dieser Begriff mag sich schon wie ein Klischee anhören, doch er beinhaltet viel Wahres. Auch ich hatte neulich meinen „Der Frühling kommt“-Moment, als ich morgens aus dem Haus ging und warme Sonnenstrahlen auf der Nase spürte. Das verlieh mir tatsächlich ganz spontan Energie: Ich sollte mal wieder spazieren gehen, Freunde treffen, Fahrrad fahren. Gerade letzteres ist bei den aktuellen Spritpreisen eine super Idee, um Geld zu sparen.
Umgesetzt habe ich davon bislang leider herzlich wenig. Es gehört doch mehr dazu als ein paar Sonnenstrahlen, um den Alltag nach den Wintermonaten wieder umzukrempeln und mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Glücklicherweise bietet der März schon zahlreiche Anlässe: Puppenparade, Blütensonntag und die Frühlingsempfänge, die immer mehr die Neujahrsempfänge ersetzen, locken die Menschen an.
Nur Briefwähler haben eine Ausrede
Und dann ist da ja noch am Sonntag ein Event, für das sich ein Spaziergang wirklich lohnt: die Landtagswahl. Briefwahl wird zwar immer beliebter – in Lahr hat schon mehr als jeder sechste Wahlberechtigte seine Stimme per Post verschickt oder selbst eingeworfen –, doch ich bin überzeugter Urnenwähler. Schon als Kind bin ich gerne mit meinen Eltern mitgegangen, in freudiger Erwartung, irgendwann selbst wählen zu dürfen. Und so freue ich mich natürlich schon auf den Gang zum Wahllokal am Sonntag, auch wenn es knapp 1,5 Kilometer sind. Man trifft – vor Ort oder auf dem Weg – andere Menschen, tut etwas für seine eigene Gesundheit und natürlich für die Demokratie.
17 Grad und Sonnenschein sind für Sonntagmittag in der südlichen Ortenau angesagt. Es gibt also nur eine Ausrede, sich nicht die Wahlbenachrichtigung zu schnappen und sich zum Wahllokal aufzumachen: Sie haben bereits per Brief gewählt. Und nehmen Sie – als Demokratievorbild – gerne Kinder und Enkel mit. Auf dass diese später einmal an einem Wahltag ebenfalls Frühlingsgefühle spüren.