Chris Weißgärber hat sich für die Deutsche Meisterschaft im Bodybuilding qualifiziert. Hier steht er in seinem Fitnessraum in seiner Wohnung in Wachendorf. Foto: Elena Baur

Chris Weißgärber aus Wachendorf qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft im Bodybuilding. Bei einem Treffen mit unserer Redaktion erzählt er wie es dazu kam.

Damit hätte Chris Weißgärber nicht gerechnet. Schon nach seinen ersten zwei Wettkämpfen qualifiziert sich der Bodybuilder für die Deutsche Meisterschaft in Wiesloch. „Das war gar nicht mein Ziel“, verrät er mir bei einem Treffen bei ihm zu Hause.

 

In der Küche stehen große Flaschen mit mehreren Litern Wasser. Zehn bis zwölf Liter trinkt er bis zwei Tage vor dem Wettkampf täglich. Dies ist im Moment sehr wichtig. Denn: Seit Beginn der Woche ist er in der Peek-Week. Das bedeutet, dass er in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Wettkampf ist. Dabei spielt die Entwässerung eine wichtige Rolle, damit sich die Haut am Wettkampftag an den Muskeln anschmiegen und somit die bei Bodybuildern bekannten Streifen erscheinen, erklärt er mir.

Diät macht Kopf langsam

Außerdem nimmt er derzeit wenige Kohlenhydrate zu sich. „Ich fühle mich wie ein Lauch“, sagt er und lacht. Dabei sieht man es ihm gar nicht an. Aber: Seit fünf bis sechs Monaten ist er auf Diät. Das sei sehr anstrengend. Auch der Kopf werde irgendwann langsam und das Verhalten ändere sich. Teilweise reagiere er empfindlicher im Alltag als normal. Vor allem seine Frau müsse das dann leiden. Doch er ist ihr sehr dankbar für ihre Unterstützung.

Sein Frau Bianca war nämlich die treibende Kraft für die Wettkämpfe. „Mach es jetzt, ich unterstütze dich. Sonst machst du es nie“, habe sie zu ihm gesagt. Denn: Seit etwa 13 Jahren macht er Bodybuilding. Erst alleine nur für sich und später mit der Unterstützung von unterschiedlichen Trainern.

Chris Weißgärber steht in Bayern das erste Mal auf einer Wettkampf-Bühne. Foto: europeanathletic.com/jens fitterer

Derzeit unterstützt ihn Domenico Intermaggio, der selbst Profi-Bodybuilder ist. „Ich wollte eigentlich nur auf die Bühne. Ich habe eine Alles-mitnehmen-was-geht-Einstellung“, so der 38-Jährige. Dass er sich auf Anhieb zur Deutschen Meisterschaft qualifizierte, hätte er nicht erwartet.

Erster Wettkampf sehr emotional

Besonders der erste Wettkampf am 4. Mai in Gersthofen in Bayern sei emotional gewesen. Als er nach dem Wettkampf – er belegte den dritten Platz – seine Frau mit Tränen in den Augen gesehen hat, überkam es ihn auch, erzählt er und bekommt glitzernde Augen bei dem Gedanken daran.

Nach seinem ersten Wettkampf steht er, mit der Medaille um den Hals, neben seiner Frau, der er viel zu verdanken hat. Foto: Chris Weißgärber

Auch seine Frau musste in den Wochen zuvor bis zum Wettkampf viel zurückstecken und unterstützte ihn bei allem – von Meal-Prep über zum Training fahren und nun auch als Betreuerin am kommenden Samstag.

Zweimal Podestplätze

Bei seinem zweiten Wettkampf, der Baden-Württembergischen Meisterschaft am 10. Mai, erzielte er mit dem zweiten Platz ebenfalls einen Podestplatz. Wie seine Chancen am Wochenende stehen, könne er erst einschätzen, wenn er die Konkurrenz sehe und wie sein Körper bis Samstag reagiere, zeigt Weißgärber auf.

Jeder Körper reagiere auf verschiedene Taktiken beim Bodybuilding anderes, erklärt er. Das sei auch bei der Ernährung so. Vor seiner Wettkampf-Diät habe er schonmal eine Diät ausprobiert, um zu testen, wie sein Körper darauf reagiert. Das habe ihm bei den Wettbewerbsvorbereitungen geholfen.

Auch in der Diät kreatives Essen

Da er hauptberuflich Chefkoch ist, sei es für ihn ein einfaches, sich auch in der Diät abwechslungsreich zu ernähren, sagt er. So wird aus dem Porridge ein Kuchen und statt ständig Hühnchen mit Reis zu essen, kommen auch Süßkartoffeln, Kartoffeln, Rinder-Hack und Eier auf den Tisch. „Da ist man variabel, wenn man kreativ ist“, ist er sich sicher.

Über Chris Weißgärber

Lifestyle-Coaching
Seit einem Jahr bietet Chris Weißgärber Lifestyle-Coaching an, um Menschen zu unterstützen, die gerne etwas ändern möchten, zum Beispiel abnehmen. Dabei erstellt er gemeinsam mit den Personen Ernährungs- und Trainingspläne, sowie bei Bedarf auch Supplement-Empfehlungen. Dabei ist er fast 24 Stunden, sieben Tage die Woche für seine Kunden da. Er selbst wisse wie das ist, da er selbst als Kind ein Problem mit dem Gewicht gehabt habe, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Daher freue es ihn jetzt umso mehr, Menschen zu unterstützen und Fortschritte zu sehen.

So geht es nach dem Wettbewerb weiter
Nach seinem Wettkampf geht es in die Erholungsphase. Dabei freut er sich schon, auch mal wieder einen Burger zu essen und mit seiner neuen Eismaschine Eis mit Eiweißshakes zu kreieren. Sein Plan ist, erst mal ein Jahr in die Off-Season zu gehen – das heißt eine Wettkampfpause zu machen, um noch mehr Muskulatur aufzubauen. Danach werde er sich vielleicht internationalen Wettbewerben stellen. Das stehe derzeit aber noch in den Sternen. Er freue sich jetzt erst mal auf den lockereren Lebensstil, bei dem er auch wieder mehr Zeit für seine Frau und seine Freunde hat.