Auch in der Furtwanger Wetterstation am Kussenhof wurde die Druckwelle registriert. Die Skala links zeigt den Luftdruck an, die Skala unten die Zeit. Foto: Janzing

Unglaublich aber wahr: Bis nach Furtwangen im Schwarzwald war am Wochenende die Eruption aus Tonga zu spüren. Die Wetterstation auf dem Kussenhof hat die Druckwelle des Vulkanausbruchs im Südpazifik gemessen.

Furtwangen/Nuku’alofa - Der Ausbruch des Untersee-Vulkans in der Nähe von Tonga im Südpazifik hat am Samstag eine Druckwelle um die Erde geschickt, die auch in Furtwangen messbar war: Die Wetterstation auf dem Kussenhof registrierte am Samstag ab 20.40 Uhr einen ungewöhnlichen Luftdruckverlauf (siehe Grafik).

Eindeutiger Zusammenhang

Binnen zehn Minuten stieg der atmosphärische Druck um knapp ein Hektopascal (gleichbedeutend mit Millibar), ehe er in der nächsten halben Stunde deutlich abfiel und sich dann wieder einpendelte. Der Zusammenhang mit dem geophysikalischen Ereignis gut 15 Stunden zuvor im rund 17 000 Kilometer entfernten Tonga ist eindeutig, denn in der Region registrierten praktisch alle Wetterstationen ein fast identisches Signal.

Kachelmann gibt als erster Meldung

Als Erster wies Meteorologe Jörg Kachelmann am Samstag bereits um 20.55 Uhr, also unmittelbar nach den Messungen, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf das Phänomen hin: "Unglaublich: Die Druckwelle aus Tonga ist gerade in der Schweiz angekommen." Wetterdienste und auch private Wetterbeobachter veröffentlichten anschließend im Internet ihre jeweiligen Luftdruckkurven, die allesamt dem Furtwanger Verlauf ähnlich waren mit einem schnellen Anstieg und dann einem noch steileren Abfall.