Die Stadt VS hat die Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt. Foto: © Jamrooferpix – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: OB Roth reagiert auf Kritik des Aktionsbündnisses / "Bis 2040 klimaneutral"

Nachdem das Aktionsbündnis Klimanotstand in einem offenen Brief sowie in einer Bürgerfragestunde des Gemeinderats Kritik in Sachen Klimaschutz an der Stadt VS geübt hatte, bezieht diese nun Stellung.

Villingen-Schwenningen (uwk). Die Stadt VS klopft sich in ­Sachen Klimaschutz auf die Schultern und listet eine ganze Reihe von Themen auf, die sie anpackt und noch umsetzen will. VS unternehme "jede Menge" – und das in einigen Bereichen "bereits seit vielen Jahren".

Viele Menschen aus VS würden sich bei der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) oder anderen Gruppen bei regelmäßigen Streiks, im Internet oder auch in persönlichen Gesprächen und Briefen für mehr Klimaschutz engagieren. "Die Stadt Villingen-Schwenningen begrüßt das Engagement dieser Gruppen zum Thema Umweltschutz. Sie spielen eine wichtige Rolle, denn sie halten der Gesellschaft, wie auch der Stadt Villingen-Schwenningen, den Spiegel vor", äußert sich Oberbürgermeister Jürgen Roth. Zuletzt hatte sich ein Vertreter des Aktionsbündnisses Klimanotstand, bestehend aus FFF, "Omas gegen Rechts", Extinction Rebellion und Seebrücke, in der Bürgerfragestunde des Gemeinderates am 3. Februar zu Wort gemeldet. Ausführlich nehme die Stadtverwaltung nun Stellung zu dem offenen Brief des Aktionsbündnisses Klimanotstand und suche auch den offenen Dialog mit Vertretern der Bewegung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs per Videokonferenz, heißt es in einer Mitteilung.

Dass die Stadt bereits seit Jahren in den Klimaschutz intensiviere, machen laut Roth konkrete Maßnahmen deutlich. Unter anderem sei VS im Herbst 2019 dem Klimaschutzpakt Baden-Württemberg beigetreten. Außerdem habe die Stadt die Teilnahme am European Energy Award (EEA) beschlossen. Weiter würden alle Projekte und Vorhaben der Stadt VS auf Klimarelevanz geprüft. Als Weiteres sei für räumliche Planungen wie städtebauliche Entwicklungskonzepte, Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren sowie sonstige städtebauliche Satzungen eine "Klima-Checkliste VS" entwickelt worden.

Insbesondere die Themenbereiche Energie und Mobilität würden stetig ausgebaut. Unter anderem würden sämtliche kommunalen Liegenschaften bereits seit 2018 zertifizierten Ökostrom von der SVS beziehen. Die Stromversorgung sei somit bereits klimaneutral. Um den Radverkehr in VS voran zu bringen, werde ein Konzept mit Vorrangrouten, Hauptrouten und Nebenrouten erarbeitet, um auf dieser Grundlage das Radwegenetz schrittweise auszubauen, erklärt die Verwaltung weiter. Außerdem würden öffentliche Stromladestationen für Autos und Pedelecs eingerichtet, weitere Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut und die Fußgängerfreundlichkeit bei allen Bauprojekten verstärkt bei der Umsetzung beachtet.

Im Bereich der Planung neuer Baugebiete würden zunehmend emissionsarme bis emissionsfreie Stadtquartiere entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Forst werde mit der Förderung der Bauweise in Holz, zunehmend Wert auf klimafreundliche Baustoffe gelegt.

In den Jahren 2018 bis 2020 habe die SVS als Dienstleister für die Stadt VS die Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Licht umgestellt. Pro Jahr würden so 3 149 684 Kilowattstunden eingespart.

"Die Stadtverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu sein, vom Arbeitsmaterial bis zu ihren Betriebsstätten. Die Stadtverwaltung ist sich durchaus ihrer Verantwortung bewusst und wird die genannten Projekte nach und nach umsetzen", kündigt sie an und verweist schließlich auf die Schaffung der Stelle einer Klimaschutzmanagerin beim Stadtplanungsamt.

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