Die Besucher zeigten großes Interesse am Vortrag und an den Archivalien. Foto: Will

Vortrag im Bahnhofssaal: Hubert „Hubbe“ Pfister hat vor wenigen Tagen durch die Historie des Burladinger Fasnetsspiels gefüht. Das nächste Fasnetsspiel steht am 31. Januar 2026 an.

Die eineinhalb Stunden, die ursprünglich für den Vortrag angesetzt waren, reichten nicht aus: Am Ende waren es zweieinhalb Stunden, in denen die gut 30 Zuhörerinnen und Zuhörer, die den Vortrag von Anfang bis Ende konzentriert verfolgten, Interessantes zur Geschichte des Fasnetsspiels erfuhren. „Ich bin ja völlig überrascht über die Resonanz“, freute sich Hubert Pfister, der Referent des Abends, im bis auf den letzten Platz besetzen Bahnhofssaal.

 

In den späten 1950er-Jahren endete die Tradition vorerst

Hubert Pfister, Ur-Burladinger, Vereinsmensch, Initiator und treibende Kraft der Wiederbelebung des Fasnetsspiels und auch dessen Spielleiter, bot bei seinem Vortragsabend, der in Zusammenarbeit mit der Burladinger VHS organisiert wurde, mit zahlreichen Fotos sowie Bild-und Tonaufnahmen eine abwechslungsreiche und umfassende „Tour d`Horizon“ des weit über 100 Jahre alten traditionellen Höhepunkts der Burladinger Fasnet.

Das Fasnetsspiel ist erstmals für die Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert belegt. In den späten 1950er-Jahren endete die Tradition, bis sie anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Burladinger „Nautle“ zur Fasnet 2006 wiederbelebt wurde.

Eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird und untrennbar mit dem Fasnetsspiel verbunden ist: Alle Rollen, auch schon im Vorfeld beim „Hochzeitsladen“, werden ausnahmslos mit Männern besetzt, auch die Frauenrollen. Dies folgt den historischen Vorgaben, ist das unverwechselbare Kennzeichen des Fasnetsspiels, und daran wird auch nicht gerüttelt.

Hubert Pfister Foto: Will

Ein recht umfangreiches Fotoarchiv – die Anzahl der Fotos nahm im Laufe der Jahre zu –, Originale der Texthefte aus den 1920er-Jahren, Berichte von Zeitzeugen wie etwa der bekannten Heimatdichterin Marie-Theres Baur sowie Film- und Radioaufnahmen aus der Zeit der Wiederbelebung machten den Vortrag zu einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Gang durch die Historie des Fasnetsspiels.

Der ein oder die andere im Saal erkannte auf den historischen Aufnahmen Vorfahren der eigenen Familie, auch zahlreiche ehemalige Burladinger waren zu sehen. Ein Stück weit ging es somit auch durch die Burladinger Stadtgeschichte.

Eine Tendenz seit der Wiederbelebung: Zunehmend nehmen bekannte Kommunal- und Landespolitiker am Fasnetsspiel teil. Nicht auf der Bühne, hier gibt es einen seit Jahren „eingespielten“ Stamm von Akteuren, aber als Kassenbuben beim Hochzeitsladen. Das zeigt: Das Burladinger Fasnetsspiel ist auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt.

Das nächste Fasnetsspiel ist am 31. Januar

Deutlich wird dies durch die Teilnahme an auswärtigen Fasnetsspieltreffen, so etwa bereits 2015 in Wolfach. Nicht nur die Presse, auch TV und Radio berichten regelmäßig. RTF war schon 2007, also beim zweiten Mal seit der Wiederbelebung, vor Ort. Als Treffpunkt für auswärts wohnende Burladinger ist es sowieso schon etabliert.

Hubert Pfister blickte auch in die Zukunft: Das nächste Fasnetsspiel ist am 31. Januar 2026. Am 23. und 24. Januar 2027 wird anlässlich des 20. Spieljubiläums in Burladingen ein großes Fasnetsspieltreffen mit Umzug stattfinden. Dazu Pfisters Wunsch: „Hoffentlich dauert das noch, bis für das freigeräumte Medard-Heim-Gelände gegenüber der Zunftstube ein Investor gefunden wird. Dort kann man sehr gut ein großes Festzelt aufstellen…..“.

Damit endete der Vortragsabend: eine zweieinhalb Stunden lange lebendige und höchst interessante Tour durch die Burladinger Fasnetsgeschichte.