Der Historiker Robert Neisen berichtet über seine Forschungen zur NS-Verwicklung des beliebten Fußballvereins.
Die Volkshochschule (VHS) Weil am Rhein und der Verein für Heimatgeschichte haben sich zusammen getan, um einen besonderen Vortragsabend zu gestalten.
Am Mittwoch, 9. April, ab 19.30 Uhr, spricht im Gewölbekeller im Alten Rathaus, Hinterdorfstraße 39, der Historiker Robert Neisen aus Freiburg, über „Opponiert oder mitgemacht? Der Sport-Club Freiburg im Nationalsozialismus“. Der Eintritt ist frei.
Ein populärer Verein mit großer Fangemeinde
Nicht erst seitdem mit Christian Streich einer „von hier, von uns“ erfolgreicher Trainer des SC Freiburg war, erfreut sich der Freiburger Fußballbundesligist auch im Dreiländereck einer großen Fangemeinde.
Im Verein der „Breisgau-Brasilianer“, der sich häufig ganz anders wähnt, verbreitete sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Erzählung vom Club der Arbeiter und kleinen Leute, der sich in Opposition zum NS-System befand. Doch die Quellen zeigen ein anderes Bild: Einen von bürgerlichen Funktionären geprägten Club, der schon vor 1933 von „rechtem“, antidemokratischem Gedankengut geprägt war und sich 1933 bereitwillig in den Dienst der neuen „braunen“ Machthaber stellte.
Opportunismus im Zeichen des Sports
Der Vortrag beschreibt, wie sich der SC Freiburg nach 1933 zwischen sportlichen Interessen und Ideologisierung, zwischen Mitwirkung und Opposition bewegte. Er steht damit für viele bürgerliche Vereine und ihre Selbstgleichschaltung im Jahr der „Machtergreifung“.