Angela Arcadi räucherte schon vor den Raunächten zum Tanz der Perchten. Foto: Ziechaus

Die Raunächte beschließen das Jahr und dazu gehören auch die ersten sechs Nächte im neuen Jahr. Zu diesen gab Angela Arcadi in einem Vortrag für die VHS Schramberg nähere Infos weiter.

Die Nächte vom 24. Dezember 2025 bis zum Drei-Königs-Tag am 6. Januar 2026 sind die zwölf Raunächte, die nach Überlieferungen der Alten viele Geheimnisse bergen sollen.

 

In einem Vortrag stellte Angela Arcadi überlieferte Bräuche der „magischen Raunächte“ vor. Die elf Tage und zwölf Nächte „zwischen den Jahren“ in der rauen Winterzeit galten als magische Zwischenzeit. Manchmal wird auch die Thomasnacht zur Wintersonnenwende am 21. Dezember eingerechnet. Das germanische Mondjahr war mit 354 Tagen um zwölf Nächte kürzer als das Sonnenjahr, das 1582 als gregorianischer Kalender eingeführt wurde. Diese Nächte „außerhalb der Zeit“ galten als zeitliches Niemandsland besonders durchlässig für die Geisterwelt, was sich in Alpträumen oder in Spuk von bösen Geistern äußerte. Als wilde Gestalten tauchen die Perchten mit ihren geschnitzten Masken im Alpenraum auf.

Perchtenlauf im Wald

Bekannt ist auch der Perchtenlauf am 28. Dezember in St. Englmar im Bayerischen Wald. Dort tobt die „Wilde Jagd“ und die Perchten sollen die bösen Geister vertreiben. Das Räuchern mit Kräuterbündeln von Haus, Hof und Stall soll negative Energien vertreiben und Schutz bieten im neuen Jahr. Mit dem Rauch von Lavendel, Salbei, Beifuß, Rosmarin und Thymian geht die Bäuerin durch die Räume in Hof und Stall, zeigte Angela Arcadi den Brauch.

In den Tagen soll keine Wäsche im Freien aufgehängt werden und keine schwere Arbeit verrichtet werden. Schulden sollte man begleichen.

Jede Nacht hat eine Bedeutung und in den ersten Tagen im Januar geht es um einen Rückblick auf das fast vergangene Jahr, um mit der Reflexion vergangene Dinge abzuschließen und loszulassen. Mit Silvester beginnt die Transformation und die Vorbereitung mit neuen Impulsen auf ein neues Jahr. Jeder Raunacht ist im Jahr ein Monat zugewiesen. Am Ende sind die Tage auch wieder länger hell und sie sind vielleicht auch nicht mehr so rau.