Die Frage nach der Herkunft füllte den Vortragsraum in der ehemaligen Grundschule in Schiltach. Foto: Ziechaus

Für Antworten auf die Frage „Woher stammen wir?“ ging Helmut Horn auf Ergebnisse der Forschung über das genetische Erbe der Menschen zurück.

Antworten auf die Frage der Abstammung von Menschen erhofften sich gut 70 Besucher bei einem Vortrag vom Historischen Verein Mittelbaden und der VHS in Schiltach.

 

Wer kann schon die Geschichte der eigenen Familie über mehr als fünf Generationen erzählen? Auf die Frage nach ihren Urgroßeltern mussten viele der Zuhörer im Vortragsraum in der ehemaligen Grundschule passen. In Schiltach können Angehörige der Familie Trautwein ihre Herkunft auf den Ahnen Kaspar im 16. Jahrhundert zurückführen, verwies Helmut Horn auf die Dokumentation in der Stadt, die aber ihre Besiedlung nicht genau angeben kann. Bisher gibt es auch keine Dokumentation, sondern nur Hinweise auf eine Entwicklung.

Aufrechter Gang

Mit Funden von Fossilien, Hügelgräbern, Werkzeugen, Waffen und Keramik lässt sich die Entwicklung von Menschen erklären. An dem Fund des fossilen Teilskeletts des Vormenschen Lucy in Äthiopien vor über 50 Jahren wird der aufrechte Gang vor 3,6 Millionen Jahren festgestellt. Danach liegt die Wiege der Menschheit in Afrika. Im genetischen Erbe heutiger Menschen konnten Spuren nachgewiesen werden.

Vor etwa 1,8 Millionen Jahren führten Klimaveränderungen zu einer Entwicklung zum Homo sapiens.

Helmut Horn zeichnete die Geschichte von Sammlern und Jägern mit vielen Wanderungsbewegungen und Vermischungen von Stämmen in seinem Vortrag über gut 90 Minuten. So führten Wanderungen auch nach Anatolien in der Türkei, wo mit gesammelten Samen von wilder Gerste sesshafte Sammler den Ackerbau begannen und Rinder domestizierten.

Sesshafte Bauern

In dieser neolithischen Kultur um 7000 vor Christus wurden aus Nomaden sesshafte Bauern mit Vorratshaltung und Weidewirtschaft. Aus dem teilweise sehr detaillierten Vortrag wurde deutlich, dass Menschen immer in Bewegung waren, auf der Jagd, beim Sammeln oder beim Ausweichen vor Klimaveränderungen und dem Besiedeln neuer Landschaften. Migration führte auch immer zu Vermischung und sie war selten friedlich.