Interessiert verfolgten die Anwesenden der Versammlung des kaiserlichen Hofgerichts den Vortrag von Cornelia Votteler über Eleonore Amalia von Schwarzenberg. Foto: Rack

Bei der Mitgliederversammlung des kaiserlichen Hofgerichts in Rottweil ging es um heftige Ehekrisen und eine tatkräftige Dame.

Harmonisch verlief die Mitgliederversammlung der Freunde des kaiserlichen Hofgerichts. Die vorsitzende Sabina Kratt berichtete über einige Aktivitäten und hob zwei erschienene Publikationen besonders hervor.

Der Aistaiger Karl-Eugen Kimmich hat zusammen mit dem Leinstetter Historiker Fritz Peter eine Publikation herausgegeben zum Leben des Rottweiler Hofrichters Wilhelm Werner von Zimmern. Winfried Hecht, früherer Stadtarchivar, veröffentlichte „die Boten Tax-Ordnung des Kaiserlichen Hofgerichts“ Daneben gab es Neuwahlen bei denen Sabina Kratt als Vorsitzende bestätigt wurde, ihr Stellvertreter bleibt Günther Fleig, Hermann Klein hütet die Kasse und Josef Rack ist komplettiert den Vorstand als Schriftführer.

Von Ehemann verbannt

Nach dem offiziellen Teil präsentierte Cornelia Votteler einen interessanten Vortrag über Eleonore Amalia von Schwarzenberg. Sie war Vormund des unmündigen kaiserlichen Hofrichters Josef von Schwarzenberg. Dieser stand von 1733 bis 1740 unter der Vormundschaft seiner Mutter, Fürstin Eleonore Amalia von Schwarzenberg, und von Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg. Die Vormundschaft von Fürstin Eleonore ist bemerkenswert, da sie der einzige weibliche Vormund ist, der in der Liste der Hofrichter genannt ist.

Votteler skizzierte das Leben der Adeligen, die sehr früh mit Fürst Adam Franz von Schwarzenberg verheiratet wurde. Die Ehe, die sich schwierig gestaltete, führte ab 1710 in eine zwölf Jahre andauernde Krise, bei der Fürst Adam seine Frau aus Wien verbannte. Zur Begründung wurde die angebliche Untreue der Fürstin angegeben. Trotz dieser Krisen gingen aus der Ehe zwei Kinder hervor. 1706 wurde die Tochter Maria Anna geboren. Nachdem sie die Hochzeit der Tochter Maria Anna 1721 mit Markgraf Ludwig Georg Simpert von Baden-Baden erfolgreich arrangiert hatte, erlaubte ihr Adam Franz auf die von ihm gerade ererbte neue Hauptresidenz der Schwarzenberg, Schloss Krummau, zu übersiedeln.

Vortrag ansprechend illustriert

Der Legende nach versöhnten sich die Eheleute nach einer zufälligen Begegnung im Prager Veitsdom am Grab von Johannes Nepomuk, der seitdem als der Schutzheilige auch der Familie Schwarzenberg gilt. Nach dieser Versöhnung kam im Dezember 1722 der ersehnte männliche Nachkomme zur Welt.

Eleonore Amalia von Schwarzenberg wird als tatkräftige Dame beschrieben, die gemeinsam mit ihrem Mann das Leben der Stadt Böhmisch- Krumau (Český Krumlov) deutlich gefördert hatte. Unter ihrer Herrschaft wurde das Schloss umgebaut und bekam seine gegenwärtige Form.

Votteler illustrierte ihren Vortrag mit sehr ansprechenden aktuellen Bildern der Stadt Cesky Krumlov, die Lust auf einen Besuch in der geschichtsträchtigen tschechischen Stadt machten.