Das Rebhuhn ist der „Vogel des Jahres 2026“. Bei der Nabu-Gruppe Hechingen gab es einen interessanten und aufrüttelnden Vortrag zu dieser Vogelart.
Deutschlandweit als „stark gefährdet“ eingestuft, ist das Rebhuhn im Südwesten schon fast ausgestorben. Mit der Wahl zum Vogel des Jahres 2026 will der Nabu aufzeigen, wie ernst das Überleben dieser Feldvogelart gefährdet ist.
„In einer Agrarlandschaft, in der fast jeder Quadratmeter als Anbaufläche genutzt wird und Kleinstrukturen oder extensiv genutzte Ackerflächen und Brachflächen fehlen, findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung. Besonders schädlich sind Insektizide und fehlende Blühflächen; Agrarflächen ohne Insekten sind tote Flächen für Rebhuhnküken“, mahnt der Nabu.
Gerhard Hahn von der Hechinger Nabu-Gruppe hat alles Wissenswerte über den Jahresvogel 2026 zusammengetragen und im Bildungshaus St. Luzen einem zwar kleinen, aber sehr interessierten Publikum vorgetragen. Nur wo es artenreiche Brachflächen und lichte Ackerflächen, ausreichend breite Blühstreifen, gepflegte Niederhecken sowie Kleinstrukturen wie Feldraine oder Böschungen gibt, ist der am Boden lebende Hühnervogel zuhause. Im Mai/Juni legt die Henne bis zu 20 Eier. Etwa 25 Tage wird dann in dichtem Gebüsch und Hecken gebrütet, um sich bestmöglich vor „Fressfeinden“ wie Marder, Fuchs und Greif zu schützen.
Rebhühner ernähren sich vorwiegend pflanzlich, fressen grüne Pflanzenteile, Körner und Samen, ab und zu auch kleinere Insekten. Für die Ernährung der Jungtiere jedoch ist in der ersten Zeit tierische Nahrung lebenswichtig. Unglücklicherweise habe die EU im vergangenen Jahr die Vorgabe zurückgenommen, mindestens vier Prozent der Ackerfläche brach liegen zu lassen, umso wichtiger sei jetzt der Ausbau von Förderprogrammen.
„Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“
In Baden-Württemberg setzt sich der Nabu im Rahmen des bundesweiten Projekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ dafür ein, dem hübschen Hühnervogel wieder mehr zusammenhängende Lebensräume zu bieten, berichtete Gerhard Hahn. Innerhalb einer von Tübingen bis Heilbronn reichenden Gebietskulisse liegen die zwei Rebhuhn-Modellgebiete „Westlicher Landkreis Tübingen“ und „Schmidener Feld in Fellbach“ bei Stuttgart, die zusammen zirka 129 Quadratkilometer groß sind. Dort bemühen sich im Rahmen des Landesförderprogramms Nabu, Landesjagdverband und Kommunen zusammen mit Landwirten, die Strukturen zu schaffen, die das Überleben dieser Feldvogelart im „Ländle“ sichern sollen.
Natürlich kommen diese Maßnahmen auch vielen anderen in der Feldflur lebenden Tierarten zugute, ergänzte der Referent, der für seinen informativen Vortrag langen Beifall erhielt.
Gut in Erinnerung
In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde berichteten Teilnehmer, wie sie in Kindheit und Jugend noch zahlreiche Rebhühner beobachtet hatten, und zeigten sich bestürzt über den im Vortrag berichteten dramatischen Bestandsrückgang.