Gerald Nill, Alpinist und Journalist aus Gresgen, stellt in einem Vortrag im Hofgut Leo seine Alpenüberquerung vor.
Über ein Vierteljahrhundert schleppte der Gresger Alpinist und Journalist Gerald Nill die Idee einer Alpen-Durchschreitung zu Fuß bis zum Mittelmeer mit sich herum. Jetzt macht er die Weitwanderung wahr und berichtet am Sonntag, 18. Januar, in einem Lichtbildervortrag über seine Erlebnisse.
„Die Idee der Alpen-Durchschreitung wurde vor 25 Jahren durch ein Buch mit dem Titel ,Der Weg’ initiiert“, berichtet Gerald Nill. „Aber um die Jahrtausendwende war die Zeit einfach noch nicht reif für die Unternehmung.“ Andere Ziele lockten zunächst.
Die höchsten Alpengipfel erklommen
Die höchsten Gipfel der Alpen mussten es sein, unter anderem das Matterhorn, Monte Rosa, Dom und andere 4000er. Aber auch hohe Gipfel in den Anden wie der Aconcagua sowie Trekkingtouren in Nepal. Doch der Keim der langen Alpendurchschreitung war gelegt, blieb stets in einem Winkel seines Hirns verborgen und meldete sich immer mal wieder. Ein Start auf die Tour, die insgesamt 60 Tagesetappen zählt, vor zehn Jahren mit seiner Frau Hilde war eher vom Pech verfolgt. Nicht zuletzt von Gewittern gejagt, wurde abgebrochen, das Projekt verschwand erst mal wieder in der Versenkung.
Dann kam Corona und der damals 60-jährige Berg-Enthusiast erfüllte sich einen anderen Traum: in acht Tagen zu Fuß von seinem Zuhause in Gresgen über die Alpen zu seinem zweiten Zuhause, einer Almhütte am Lago Maggiore. Diese Tour bescherte dem Weitwanderer die Glücksmomente, die gerade während der Pandemie so rar waren. Im selben Moment war die alte Idee wieder da: der Fernweg „Via alpina“ oder „Grande traversata delle alpi“.
Gerald Nill erlaubte sich Varianten, verlegte die Wanderung in die Gipfelregionen der Alpen anstatt am Bergfuß zu schlendern. Mal mit einem Freund auf der Monte-Rosa-Runde, dann mit einem Sohn auf der Combin-Runde, schließlich alleine im Gran Paradiso-Gebiet ging es auf wochenweisen Unternehmungen immer weiter den Alpenbogen entlang südwärts. Im Jahr 2025 folgten auf den Pfaden gen Süden die wenig bekannten Gebirge „Grajische Alpen“ und „Cottische Alpen“, die unerwartete Sehenswürdigkeiten und Überraschungen bargen. Immer entstand dabei ein spannendes Fotoalbum.
Vortrag im Hofgut Leo in Gresgen
Wie sehr Tourberichte faszinieren können, spürte der Journalist bei seinem Vortrag über die Alpenüberquerung kürzlich beim Theodor-Heuss-Gymnasium. Nicht zuletzt das Feedback dort ermutigte Nill, einen Vortrag über den „Via alpina“ zu Fuß zum Mittelmeer zu halten. Das Hofgut Leo direkt gegenüber seines Zuhauses in Gresgen bietet dazu die Räumlichkeiten und die hervorragende technische Ausstattung.
Vortrag über die "Via alpina", zu Fuß durch die Alpen zum Mittelmeer von Gerald Nill, Sonntag, 18.1., im Hofgut Leo in Zell-Gresgen. Beginn 17 Uhr. Eintritt frei