Honig ist als wertvolles Lebensmittel bekannt. Aber auch Propolis, Blütenpollen, Bienenbrot und Gelee-Royale sind als Nahrungsergänzungs- und Heilmittel nicht zu unterschätzen.
Im Rahmen seiner Monatsversammlung hatte der Bezirksimkerverein Schramberg und Umgebung die Inhaberin der Stadtapotheke Alpirsbach, My Thanh Schmidt“, ins Gasthaus Adler eingeladen, die zum Thema „Apitherapie – medizinische Anwendung der wichtigsten Bienenprodukte“ referierte. Ihr zufolge handle es sich hierbei um eine sanfte Therapie, die dennoch stark wirksam, gut verträglich, kostengünstig und rezeptfrei sei.
Honig sei ein idealer Energiespender, der, besser als Traubenzucker, eine schnelle und anhaltende Versorgung mit Energie in Muskeln und Nerven liefere und ideal für Leistungssportler sei. Durch seinen hohen Fruchtzuckergehalt wirke Honig primär antimikrobiell und beinhalte entzündungshemmende Eigenschaften.
Honig könne bei vielen entzündlichen Prozessen wie Halsschmerzen, Blutergüssen und Nagelbettentzündungen angewendet und auf offene Wunden aufgetragen werden, berichtete die Apothekerin. Honig helfe bei fieberhaften Infekten, unterstütze das Immunsystem, habe einen günstigen Einfluss auf den Herzmuskel und die Durchblutung und könne vorbeugend gegen Herzinfarkt und Herzmuskelschwäche wirken.
Was Schmidt schade findet
„Honig ist auch ein hochwertiges Hautpflegemittel und wird in vielen Rezepturen zur Pflege, Gesunderhaltung und Heilung der Haut eingesetzt. Schade, dass die Mediziner nicht auch Naturprodukte empfehlen, es geht beides“, bedauerte Schmidt.
Wertvolle Inhaltsstoffe
Blütenpollen und Bienenbrot (mit Hilfe von Honig fermentierte Pollen, genannt Perga) seien nicht nur für Bienen ein hochwertiges Lebens-, Heil- und Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch für den Menschen. Sie enthielten neben natürlichem Zucker und Proteine wichtige Spurenelemente, Omega-3-Fettsäure und Vitamin B6. Perga helfe bei Appetitlosigkeit, beruhige das vegetative Nervensystem, stärke die körpereigenen Abwehrkräfte und unterstütze die Leberfunktion und Darmtätigkeit, zählte die Apothekerin auf.
Natürliches „Nahrungsergänzungsmittel“
Im Gelee-Royale seien eine große Anzahl an Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen und Spurenelementen nachgewiesen worden, so stelle es ein wertvolles natürliches „Nahrungsergänzungsmittel“ dar. Entsprechend komplex sei die Wirkung auf den Menschen. „Es hilft immer dann, wenn der Körper durch Krankheit oder Stress geschwächt wird. Es steigert alle Lebensfunktionen, verbessert das Wohlbefinden und hemmt gleichzeitig die Vermehrung von Bakterien und Viren“, schilderte die Expertin.
Antibakterielle Wirkung
Propolis diene Bienen als Baustoff und zur Desinfektion des Bienenstocks. Von Arbeitsbienen werde Harz von Knospen, Blättern und Baumrinden gesammelt und mit Wachs und Pollen zu einer geschmeidigen Masse vermengt. Propolis zähle zu den wirksamsten und natürlichsten Antibiotika. Es besitze antibakterielle, antivirale und fungizide Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten bestätigt, dass Propolis gegen Pilze, Schnupfen, Herpes und Epstein-Barr-Viren wirke. Die Einnahme von Propolis ersetze den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden nicht. Es könne aber bedenkenlos zu Medikamenten unterstützend eingesetzt werden.
Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete die Apothekerin noch Fragen aus dem Publikum. Bei der Einnahme von Propolis empfahl sie als Richtwert ein Gramm je Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf drei bis vier Gaben pro Tag. Es soll mit kleiner Menge begonnen werden, um eventuelle allergische Reaktionen festzustellen. Kleinkinder sollten erst mit Beginn des zweiten Lebensjahres Honig verzehren.