Die Stadtwerke Altensteig haben 2024 etwa eine halbe Million Euro gemacht. (Symbolbild) Foto: © foto_tech – stock.adobe.com

Im Gemeinderat Altensteig wurde der Jahresabschluss der Stadtwerke vorgestellt. Die Zahlen sind an sich erfreulich, die Eigenkapitalquote mahnt jedoch zur Vorsicht.

Im Gemeinderat wurde der Jahresabschluss 2024 für die Stadtwerke vorgestellt. Unterm Strich standen bei den Stadtwerken rund 519.000 Euro Jahresgewinn. Geplant gewesen seien 593.000 Euro. Auffällig sei, dass der Materialaufwand zurückging, um rund 11.500 Euro.

 

Die Eigenkapitalquote hatte sich von 30,3 Prozent im Jahr 2023 auf 29,6 Prozent im Jahr 2024 ein wenig verschlechtert. Diese gibt an, wie viel Prozent der Werte in einem Unternehmen diesem wirklich gehören, die Fremdkapitalquote im Gegensatz, wie viel durch Kredite und Fremdeinlagen eingeht. Eine Eigenkapitalquote von mindestens 30 Prozent gilt als Faustregel als solide.

Telekommunikation im Minus, aber überschaubar

Erfreulich sei, dass der Teilbereich der Telekommunikation in einem überschaubaren Minus liege, bei etwa Minus 12.376 Euro. Zwar sei dies ein Verlustgeschäft, aber gleichzeitig für viele die Möglichkeit, schnelle Internetverbindungen zu bekommen. Im Jahr zuvor waren es rund 21.500 Euro im Plus.

Auch für den städtischen Haushalt leisten die Stadtwerke einen Beitrag. Zum Beispiel fließt eine Konzessionsabgabe von rund 623.000 Euro in die Stadtkasse. Das bedeutet, das die Stadtwerke etwa für die Infrastruktur, die von der Stadt zur Verfügung gestellt wird, eine Abgabe bezahlen.

Stadtrat Fabian Müller freute sich, dass die Einnahmen an die Stadtwerke damit auch in städtische Investitionen fließen: „Es bleibt im Städtle und wir haben alle was davon“, meinte er.

Die Eigenkapitalquote entwickele sich allerdings in eine Richtung, die aufhorchen lassen müsse.

Da das schriftliche Bestätigung vom Wirtschaftsprüfer fehlte, erklärte Marcus Lotzin von der AfD, der Entlastung nicht zustimmen zu können. „Das Vertrauen in die Verwaltung ist mal wieder großartig“, meinte Bürgermeister Oliver Valha dazu ironisch.

Das sprach hingegen Stadtrat Albrecht Joos aus: „Wir haben großes Vertrauen in die Verwaltung, dass da die Dinge gut und richtig gemacht werden.“ Hinsichtlich der Stadtwerke meinte er: „Wenn man sich mit dem Thema auskennt, dann muss man erkennen, dass da sehr gute Arbeit geleistet wird.“ Die Stadtwerke seien ein Betrieb, der sehr viel Gutes in und für Altensteig tue.

„Wir haben das wirklich gut gemeistert“

Günter Garbe, Leiter der Stadtwerke, erläuterte, dass auch schwierige Zeiten hinter den Stadtwerken lägen. Die Energiekrise habe die Energieversorger hart getroffen. „Das Jahr 2024 war für uns sehr herausfordernd“, meinte er, konnte aber auch berichten: „Wir haben das wirklich gut gemeistert.“ Viele Maßnahmen seien in der Vergangenheit bereits ergriffen worden, die damals vielleicht finanziell schmerzhaft waren, aber „zu Preisen, die wir heute nicht mehr erzielen können“, umgesetzt werden konnten.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können auf einer ruhigen Linie weiterfahren mit unseren Investitionen“, erklärte er. Vor allem in puncto Trinkwasser müssten viele Kommunen derzeit enorm viel auf einmal investieren. „Der Klimawandel macht auch vor dem Nordschwarzwald nicht Halt“, betonte er.

Die Entlastung der Werksleitung wurde vom Gemeinderat mit drei Gegenstimmen aus der AfD beschlossen.